Eher kein Parallelstart von Netflix in Deutschland und Österreich

30. Jänner 2014, 16:21
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Telekom Austria rechnet mit neuer On-Demand-Konkurrenz, aber auch mit Kooperationsmöglichkeiten mit der US-Online-Videothek

Ein Parallelstart der US-Online-Videothek Netflix in Deutschland und Österreich dürfte eher unwahrscheinlich sein. Davon geht zumindest die Telekom Austria aus. Vorstand Hannes Ametsreiter glaubt, dass Netflix zuerst in den großen Märkten wie Deutschland und Frankreich loslegen wird und erst dann in kleineren Ländern wie Österreich nachziehen werde, wie er am Donnerstag erklärte.

"Ein klassischer Fall von Coopetition"

"Wir hören von einem bevorstehenden Netflix-Start in Deutschland", sagte Ametsreiter im Klub der Wirtschaftspublizisten. In Österreich habe es aber bisher keine Gespräche mit Netflix gegeben. Die Telekom selbst betreibt eine Mediathek mit rund 3.000 Filmen. Ein Start von Netflix hierzulande wäre für die Telekom "ein klassischer Fall von Coopetition", also Kooperation bei gleichzeitiger Konkurrenz. Ametsreiter meint, dass solche On-Demand-Services die Zukunft des Fernsehens sind. Größte Schwierigkeit seien die Contentrechte.

Zuletzt haben sich die Gerüchte verdichtet, dass Netflix bei den deutschen Nachbarn an den Start geht. Medienberichten zufolge gibt es bereits Stellenausschreibungen, in denen man nach neuen Mitarbeitern mit Deutschkenntnissen zur Expansion in Europa suche. Laut einem Bericht des "Wall Street Journals" vom Dienstag verhandelt Netflix mit amerikanischen Rechteinhabern über eine Lizensierung von Inhalten in Deutschland, Frankreich und weiteren europäischen Ländern.

Ausbreitung

Vergangene Woche hatte Netflix erklärt, "uns später im Jahr merklich in Europa auszubreiten" zu wollen. Das 1997 gestartete Unternehmen hat den US-Fernsehmarkt aufgemischt. Für knapp acht Dollar können Nutzer unbegrenzt Filme und Serien übers Internet schauen, was vor allem den teuren Kabelnetzbetreibern Kopfschmerzen bereitet. Weltweit hat die Online-Videothek bereits mehr als 44 Millionen Mitglieder, gut 33 Millionen davon in den USA. Der Rest verteilt sich auf Kanada, Lateinamerika und die ersten europäischen Länder Großbritannien, Irland sowie Finnland, Dänemark, Schweden und Norwegen. (APA, 30.1. 2013)

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    foto: apa
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