Weniger Schadstoffe nach Verkehrsberuhigung in Mariahilf und Neubau

30. Jänner 2014, 15:21
640 Postings

Belastung im sechsten Bezirk im zweistelligen Prozentbereich gesunken

Wien - Die Diskussion um die Verkehrsberuhigung der Mariahilfer Straße sorgt seit Monaten politisch für dicke Luft, der Luftqualität tut der reduzierte Verkehr jedoch gut: In Mariahilf ist die Feinstaubbelastung von Juni auf Oktober 2013 um 15 Prozent gesunken, auch bei der Berechnung von Stickoxiden gab es ein Minus von 14 Prozent, die Benzol-Belastung sank um fast 18 Prozent.

Neubau schnitt bei den am Donnerstag von den Verkehrssprechern der Wiener SPÖ und der Wiener Grünen präsentierten Zahlen weniger gut ab: Die Feinstaubwerte sanken hier nur um rund zwei Prozent; die Stickoxide um 1,5 Prozent und die Benzol-Belastung um etwa drei Prozent. Das liegt laut dem Verkehrssprecher der Grünen, Rüdiger Maresch, vor allem an den großen Durchzugsstraßen und den bereits durchgeführten verkehrsberuhigenden Maßnahmen. "Relativ ist das natürlich weniger. Fahren auf der Burggasse aber zwei Prozent weniger Autos, dann ist das absolut schon wirklich viel."

Neuralgische Punkte könnten neu gemessen werden

Die Rückgänge von Juni bis Oktober sind umso signifikanter, da die Feinstaubbelastung von der warmen bis zur kalten Jahreszeit in der Regel ansteigt. Berechnet wurden die Emissionswerte von einem externen Zivilingenieursbüro aus dem Verkehrsaufkommen im 6. und 7. Bezirk. Der Vergleich wurde anhand der Pkw- und Lkw-Zahlen vor und nach der Umgestaltung der Mariahilfer Straße gezogen.

Diese Berechnung zeige vor allem die Werte für die gesamten Bezirke, bei einer tatsächlichen Messung hätte man sich auf "ganz wenige Punkte konzentrieren müssen", betonte Maresch. Eine nachträgliche Messung - vor allem an "neuralgischen Punkten" - halte er aber nicht für ausgeschlossen: "Es gibt einige wenige Punkte, wo heute mehr Verkehr ist als vor der Umgestaltung. Das müssen werden wir uns natürlich gemeinsam mit den Bürgern anschauen."

Zusammenhang müsse noch immer betont werden

"Schon jedes Zehntel Mikrogramm pro Kubikmeter weniger Schadstoffe bedeutet nachweisbar eine Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Betroffenen", erklärte Hans-Peter Hutterer von den Ärzten für eine gesunde Umwelt. Auch Greenpeace-Sprecher Herwig Schuster schloss sich diesen Aussagen an: "Aus Umweltsicht empfehlen wir ganz klar eine Stimme für die Beibehaltung der Verkehrsberuhigung." Er zeigte sich zudem erstaunt, dass man den selbstverständlichen Zusammenhang zwischen Luftqualität und Verkehrsberuhigung "heutzutage noch extra betonen muss".

Man müsse daran arbeiten, dass die Wiener Lebensqualität auch erhalten bleibe, meinte der Verkehrssprecher der SPÖ Wien Gerhard Kubik: "Wo es nicht laut ist und wo es nicht stinkt, bleibt man einfach lieber." Er gehe daher auch von einem positiven Abstimmungsergebnis aus. (APA/red, derStandard.at, 30.1.2014)

  • Heftige Debatten gab es um die Fußgängerzone Mariahilfer Straße. Die Grünen fühlen sich jetzt bestätigt.
    foto: apa/roland schlager

    Heftige Debatten gab es um die Fußgängerzone Mariahilfer Straße. Die Grünen fühlen sich jetzt bestätigt.

Share if you care.