Faymann verteidigt im Europarat Sotschi-Reise

30. Jänner 2014, 13:48
72 Postings

Kanzler: Boykott kein geeignetes Mittel, um Menschrechtsaktivisten zu unterstützen - Kritik an "rechtlicher und faktischer Diskriminierung"

Sotschi/Straßburg - Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat vor dem Europarat seinen bevorstehenden Besuch bei den Olympischen Spielen in Sotschi verteidigt. Der Boykott einer internationalen Sportveranstaltung sei "kein geeignetes Mittel, die berechtigten Anliegen von Menschenrechtsaktivisten zu unterstützen", sagte Faymann am Donnerstag in Straßburg vor Parlamentariern aus 47 europäischen Staaten.

Zahlreiche europäische Spitzenpolitiker lehnen einen Besuch der Spiele ab. US-Präsident Barack Obama, der französische Präsident Francois Hollande, Großbritanniens Premier David Cameron und der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck kündigten etwa an, nicht nach Sotschi reisen zu wollen. In Europa gibt es Kritik am Austragungsland Russland wegen Menschenrechtsverletzungen, insbesondere wegen der Diskriminierung Homosexueller.

Kritik an Diskriminierung

Faymann verurteilte in Straßburg die "rechtliche und faktische Diskriminierung" Homosexueller in "einigen" Mitgliedsstaaten des Europarats. Das stehe im Widerspruch zur Europäischen Menschenrechtskonvention. Eine Nichtteilnahme an den Spielen in Sotschi stehe aber außer Frage. "Dies würde in erster Linie einen Schaden für den internationalen Sport bedeuten. Gerade aber in der Welt des Sportes ist die früher bestehende Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung bereits bedeutend zurückgedrängt worden." (APA, 30.1.2014)

  • "Kein geeignetes Mittel, die berechtigten Anliegen von Menschenrechtsaktivisten zu unterstützen", sagt Faymann über einen Boykott der Olympischen Spiele.
    foto: apa/bka/wenzel

    "Kein geeignetes Mittel, die berechtigten Anliegen von Menschenrechtsaktivisten zu unterstützen", sagt Faymann über einen Boykott der Olympischen Spiele.

Share if you care.