Einen Ferrari müsste man haben, dann wäre man reich

30. Jänner 2014, 17:03
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Prinzipiell spricht einiges für eine Investition in die gepflegte Mobilität. Sparen Sie!

Die ersten schönen und großen Veranstaltungen des Jahres haben schon stattgefunden, die Vorbereitungen und die Mobilisierung für kommende Ereignisse sind längst angelaufen. Auf der eisigen Piste des kleinen Flugplatzes in Niederöblarn freuten sich Anfang Jänner Fahrer zu Zuschauer über die Sonderprüfung der Planai Classic, der ehemalige Rallye-Profi Rauno Aaltonen trieb den Mini Cooper, Jahrgang 1972, quer über das Feld.

Aaltonen gewann schließlich auch die Gesamtwertung der Planai Classic beim Finish in Schladming, das freute auch den Veranstalter. Ein paar Promis hatten sich unter das Starterfeld gemischt, die Autos boten ein buntes Bild vom VW Käfer über Ford Mustang und Datsun 240Z bis zu den üblichen Porsches und Jaguaren, der älteste Teilnehmer war ein Lea Francis aus dem Jahr 1927.

Südsteiermark Classic

Die nächsten großen Termine sind die Südsteiermark Classic im April, auch für die Kitzbüheler Alpenrallye Ende Mai wird bereits die Werbetrommel gerührt. Unter anderem wird auch der bekannte Fernsehkoch Johann Lafer am Start sein, im Vorfeld lässt er sich bereits mit einem historischen VW-Bus ablichten. Nennungsschluss ist der 4. April 2014.

Ein weiteres Highlight im Rallyekalender ist die Ennstal Classic, die Jahr um Jahr noch mehr Prominente aufzubieten versucht und zu einer Seitenblicke-Ver­anstaltung zu verkommen droht. Tatsächlich sind dort aber die schönsten historischen Fahrzeuge zu sehen. Für die Veranstaltung im Juli hat etwa Lord Irvine Laidlaw einen Ferrari 250 GTO an­gemeldet, das ist auch in den 20 Jahren, die es die Ennstal-Classic schon gibt, eine Premiere. Der GTO, von dem nur 39 Exemplare gebaut wurden, gilt als das teuerste Auto der Welt. Der Autosammler Paul Pappalardo verkaufte seinen GTO unlängst privat für 52 Millionen Dollar.

Ferrari GTO bei der Ennstal Classic

Erstbesitzer des Ferrari GTO, mit dem Lord Laidlaw bei der Ennstal Classic an den Start gehen will, war übrigens der Wiener Juwelier Gotfried Köchert. Der GTO mit 290 PS starkem Zwölfzylinder wurde am 22. Mai 1962 ausge­liefert, Köchert fuhr mit seinem Freund Umberto Maglioli das 1000-Kilometer-Rennen am Nürburgring. Der Wagen wurde etliche Male verkauft und hatte mehrere Renneinsätze mit prominenten Besitzern. 2005 erwarb Irvine Laidlaw den Ferrari, der aufwändig restauriert wurde.

Oldtimer gelten immer noch und jetzt erst recht als sichere Wertanlage. Ferrari spielt da natürlich eine herausragende Rolle. Bei den diesjährigen Scottsdale-Auktionen in Arizona in den USA war ein 1958er Ferrari 250 GT ­California LWB Spyder der Topseller. Er ging um 8,8 Millionen Dollar weg. Aus dem gleichen Baujahr stammt der offene 250 GT, den Gooding & Co für 6,16 Millionen Dollar an den Mann bringt. Das Auktionshaus Barrett-Jackson erzielt für einen Amerikaner den höchsten Preis: Eine 1967er Corvette L88 – eines von insgesamt 20 Exemplaren – war dem neuen Besitzer 3,85 Millionen Dollar wert.

Alfa Romeo 6C

Bei den Scottsdale-Auktionen im Jänner durchbrachen drei weitere Klassiker die Drei-Millionen-Dollar-Grenze: ein 1956er Ferrari 410 Superamerica Serie I Coupé (Gooding, 3,3 Millionen Dollar), ein 1951er Ferrari 212 Export Coupé (Bonhams: 3,19 Millionen Dollar) sowie ein 1931er Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport Spider (Bonhams: 3,08 Millionen Dollar).

Es geht aber auch günstiger, und auch hierzulande kann man und frau Spaß mit alten Autos haben: etwa mit einem MGB Cabrio (1973), einem Jaguar S-Typ (1964) oder einem Chevrolet Camaro (1967), wie sie gelegentlich auch in der Standard-Garage anzutreffen sind. (Michael Völker, DER STANDARD, 31.01.2014)

  • Ein Jaguar XK 120 OTS am Stoderzinken. Die Oldtimer-Saison hat begonnen, die Hartgesottenen fahren auch auf Schnee, die anderen warten auf den Frühling.
    foto: reuters/foeger

    Ein Jaguar XK 120 OTS am Stoderzinken. Die Oldtimer-Saison hat begonnen, die Hartgesottenen fahren auch auf Schnee, die anderen warten auf den Frühling.

  • Bei der Ennstal Classic im Juli ist dieser Ferrari GTO aus dem Jahr 1962 genannt. Der GTO gilt als teuerster Oldtimer.
    foto: privat

    Bei der Ennstal Classic im Juli ist dieser Ferrari GTO aus dem Jahr 1962 genannt. Der GTO gilt als teuerster Oldtimer.

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