Der neue Polo: Die Vergolfung des Polo

31. Jänner 2014, 16:46
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Mit dem überarbeiteten Polo versucht VW offenbar, dem Konkurrenzdruck durch Anspruch zu entfleuchen

Nein, keine Angst, der neue Polo ist durchaus wiederzuerkennen, und zwar sehr. Seit 20 Jahren besitzt er die gewohnten Proportionen, und das bleibt auch weiterhin so. Nicht einmal ein Blinkerglasl wurde aus Anlass des Modellwechsels samt "Weltpremiere" gewechselt. Trotzdem bleibt nicht alles beim Alten. Vorrangig an den inneren Werten wurde gefeilt. So findet eine Art Vergolfung des Polo statt, was bleibt, ist hauptsächlich noch, dass er kleiner bleibt. Stellvertretend dafür steht die Tatsache, dass es nun auch im Polo eine mannigfaltige Zahl an Assistenzsystemen gibt, die wir vorher nur in Fahrzeugkategorien darüber fanden.

Doch der Reihe nach: Die Motorenpalette wurde umgekrempelt und aufgemöbelt. Die Vierzylinder-Diesel sind abgeschafft, es gibt die Selbstzünder nur mehr als besonders sparsame Dreizylinder mit 1,4 Liter Hubraum und 75, 90 oder 105 PS, wobei letztere Leistungsstufe im Herbst folgt. Die Benziner-Palette beginnt mit einem Dreizylinder-Sauger mit 60 PS (MPI) und setzt sich vierzylindrig als TSI mit 90 und 110 PS fort. Hier handelt es sich um den bekannten 1,2-l-Vierzylinder mit Turbo und Direkteinspritzung.

Verstellbares Fahrwerk

Um den Fahrkomfort zu verbessern, wurden neue Motorlager vorgesehen und die Radaufhängung überarbeitet. Ganz neu ist ein verstellbares Fahrwerk "Sport Select" nach Vorbild des Golf, aber etwas einfacher aufgebaut. Es besteht die Wahlmöglichkeit zwischen zwei Kennungen, nämlich "Normal" und "Sport".

Ganz neu in dieser Fahrzeugklasse ist der radarbasierte adaptive Tempomat, wie er vor fast 15 Jahren in der Luxusklasse eingeführt wurde. Er funktioniert sogar bis zum Stillstand, logischerweise nur bei der Automatikversion vulgo Direktschaltgetriebe.

Aber es geht auch billiger und einfacher: die City-Notbremse, die wir schon aus dem Winzling up! kennen, ist auch im Polo serienmäßig, und sie funktioniert nun auch bei Geschwindigkeiten über 30 km/h (allerdings nicht zu verwechseln mit diversen Fußgänger- und Radfahrererkennungen, die auch oft angeboten werden). Die City-Notbremse funktioniert nur bei stillstehenden Hindernissen, dafür aber wirklich.

Infotainment komplett

Mit dem neuen Polo kommt auch das Infotainmentsystem der zweiten Generation. Um das Smartphone mit dem Auto zu koppeln, hat man sich für die Schnittstellentechnologie Mirror Link entschieden. Damit sollte das Smartphone nun mit allen Apps und in seinem vollen Funktionsumfang über das Auto bedient werden können. Der Wettkampf der Betriebssystemanbieter (Android, Ap­ple iOS, Windows, Blackberry etc.) sorgt aber dafür, dass problemlose Konnektivität im wahren Leben nicht so schnell Wirklichkeit werden wird.

Doch das Wichtigste zum Tag – oder besser zur Nacht: Ab Herbst gibt es auch im Polo Voll-LED-Schweinwerfer, und vom Start weg ist bereits ein behübschtes und vergünstigtes Sondermodell namens „Fresh" im Programm. Und natürlich wird auch ein Polo GTI mit 180 PS kommen, aber erst nach dem nächsten GTI-Treffen. (Rudolf Skarics, DER STANDARD, 31.01.2014)

 

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Volkswagen

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • ür die Klasse zeigt der Polo ein Top-Technologieniveau, seriöse Verarbeitung ...
    foto: volkswagen

    ür die Klasse zeigt der Polo ein Top-Technologieniveau, seriöse Verarbeitung ...

  • ... sowie breitestes Angebot an Assistenzsystemen.
    foto: volkswagen

    ... sowie breitestes Angebot an Assistenzsystemen.

  • Stilistisch bleibt es beim Anspruch, kristalline Klarheit ins Straßenbild zu bringen.
    foto: volkswagen

    Stilistisch bleibt es beim Anspruch, kristalline Klarheit ins Straßenbild zu bringen.

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    foto: volkswagen
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