Schon wieder Dresche für die Spurs

29. Jänner 2014, 23:09
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ManCity hat mit Tottenham auch in Rückrunde kein Erbarmen - Sieg und Tor für Aston Villa und Weimann

Nach dem 6:0 im Hinspiel hat Manchester City den Tottenham Hotspur auch beim 5:1 (1:0) im Rückspiel an der White Hart Lane kräftig eingeschenkt. Die Skyblues aus Manchester übernahmen mit der fantastischen Leistung in London nach 23 Runden auch die Tabellenführung in der Premier League. Die Torfabrik des englischen Fußballs (68 Treffer) setzte sich einen Punkt vor Arsenal und drei vor Chelsea an die Spitze der Tabelle. Arsenal hatte schon am Dienstag bei Southampton nur Remis gespielt (2:2), Chelsea kam zuhause gegen das krisengebeutelte West Ham über ein enttäuschendes 0:0 nicht hinaus.

An der White Hart Lane hatten 36.000 Zuseher von Beginn weg wenig zu lachen. Sergio Agüero hätte in den ersten 25 Minuten schon mindestesn vier Tore erzielen können. Ein Stangentreffer und das 1:0 waren aber die reale Ausbeute des Argentiniers, der zur Pause mit einer Muskelverletzung ausgewechselt werden musste. Tottenham hatte zwar kaum etwas zu melden, rettete diesen Spielstand aber in die Pause. Der vermeintliche Ausgleichstreffer von Michael Dawson nach einer Standardsituation wurde in der 36. Minute wegen einer Abseitsstellung wohl korrekterweise nicht anerkannt.

City auch grausam gut in der zweiten Hälfte

Welche Hoffnungen die Spurs auch gehegt haben mögen, nur wenige Minuten nach dem Seitenwechsel wurden sie begraben. Ein mit diskussionswürdiger aber vertretbarer Roter Karte bedachtes Foul von Danny Rose an Edin Dzeko dezimierte das Heimteam von Trainer Tim Sherwood. Den Elfmeter verwertete zudem Yaya Toure (50.). Dzeko selbst erhöhte kurz darauf auf 3:0 (53.). Der Ehrentreffer zum 1:3 des eingewechselten Etienne Capoue (59.) ließ das Ergebnis lange Zeit erträglich für die zehn Nordlondoner aussehen, ehe Stevan Jovetic mit seinem ersten Premier-League-Tor die Situation für das Heimteam verschlimmerte (79.). Das in bestechender Form befindliche City legte in der Schlussphase durch Vincent Kompany noch gnadenlos einen Treffer drauf (89.).

Es wird Tottenham nicht trösten, aber in anderen Belangen vermeldete Manchester City am Mittwoch einen Verlust. Finanziell beendeten sie das abgeschlossene Geschäftsjahr nämlich mit einem Minus von 63 Millionen Euro. Für den Clubchef Khaldoon Al Mubarak ist allerdings auch das ein Erfolg, im Vorjahr war der Verlust noch fast doppelt so hoch (118 Mio. Euro). Dass die UEFA-Financial-Fairplay-Regeln hier greifen, darf bezweifelt werden.

Chelsea patzt

Chelsea verpasste es unterdessen, an Arsenal vorbei zu ziehen. Das Team von Jose Mourinho konnten in einem wenig sehenswerten London-Derby die Abwehr von West Ham nicht entscheidend knacken, erstmals nach 20 Spielen vor heimischen Publikum gab es keinen Treffer. Das 0:0 bringt die Blues aber immerhin außer unmittelbare Reichweite von Liverpool (4 Punkte dahinter). Die destruktive Leistung der Truppe von Sam Allardyce erzürnte Mourinho so sehr, dass er es hinterher als "Fußball aus dem 19. Jahrhundert" bezeichnete.

Ein turbulentes West Midlands-Derby gab es zeitgleich in Birmingham. Beim 4:3 (3:3) von Aston Villa gegen West Bromwich Albion spielte Andreas Weimann bis zur 82. Minute. Der ÖFB-Teamstürmer brachte Villa nach einer schnellen 0:2-Niederlage mit seinem Treffer wieder zurück ins Spiel und auf Schiene für den 300.-Vereinssieg in der Premier-League-Ära. Seine Mannschaft setzt sich damit auf Rang 10 der Tabelle und scheint sich dem erbarmungslos knappen Abstiegskampf etwas zu entziehen.

Mittendrin ist dort mittlerweile hingegen sein Nationalteam-Kollege Marko Arnautovic. Der Österreicher wurde bei der 0:1 (0:1)-Niederlage von Stoke bei Sunderland in der 71. Minute eingewechselt und konnte für - durch eine Rote Karte dezimierten - Mannschaft der Potters keinen Umschwung mehr herbeiführen. (tsc, derStandard.at, 29.1.2014)

  • Edin Dzeko und Manchester City sind moderat in Form.
    foto: apa

    Edin Dzeko und Manchester City sind moderat in Form.

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