Mach doch, was du willst

29. Jänner 2014, 18:13
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Auf Whatchado erzählen Menschen aus ihrem Berufsalltag - und erweitern damit den Horizont anderer

Einer der jüngsten Neuzugänge ist eine Geologin. Okay, darunter kann man sich noch etwas vorstellen. Wer diesen Job ausübt, hat irgendetwas mit der Analyse von Erdmaterial zu tun, mit Steinen, Erdöl- und Erdgas. Aber wer käme darauf, Obermeisterin, Pedobarologin oder Pädakustik-Expertin zu werden? Eben.

Inspiration und Orientierung

Wobei, genau so will die "Berufsberatung" eines jungen Wiener Start-up-Unternehmens gar nicht funktionieren. Whatchado hat einen gänzlich anderen Ansatz als herkömmliche Jobbörsen, wie schon der Name verrät. Whatchado steht für "What shall I do" und Gründer Ali Mahlodji will mit seiner "Job-Dating-Plattform" jungen und nicht mehr ganz so jungen Leuten helfen, sich Inspiration und Orientation in Sachen Berufswahl zu holen. "Wir wenden uns an jeden, der sich die Frage stellt, was kann ich aus meinem Leben machen?", erklärt Mahlodji, "oder an Menschen, die sich fragen: 'Welchem Job gehen andere nach, die so drauf sind wie ich?'."

Das können Schüler sein, Studenten, Absolventen, aber auch Leute, die bereits seit vielen Jahren im Beruf stecken und diesen nicht als erfüllend empfinden.

Partnersuche

Zwecks Interessensabgleichs beantwortet also jeder Interessierte 14 Fragen über sich und seine Vorstellungen eines idealen Arbeitssettings. Das reicht von "Ich eigne mich eher als... Unterhalter/Zuhörer" bis hin zu "Lieber....entwickle ich neue Ideen/überlege ich, wie Ideen verwirklicht werden können". Am Ende erwartet den Fragebogenbeantworter eine Reihe von Videos mit Leuten unterschiedlichster Berufssparten - samt Nachweis des prozentuellen Übereinstimmungsgrades mit den Interessen der gefilmten Personen.

Unter den Protagonisten sind öffentlich weniger bekannte Gesichter ebenso wie Politiker, Schauspieler oder Nachrichtenmoderatoren. Am Drehbuch des Filmteams ändert sich dadurch nichts. Bundespräsident Heinz Fischer beantwortet für den rund achtminütigen Videoclip genau dieselben sieben Fragen, die auch jeder andere gestellt bekommt. Und die lauten immer: "Drei Ratschläge an dein 14-jähriges Ich?", "Was steht auf deiner Visitenkarte?", "Was ist das Coolste an deinem Job?", "Welche Einschränkungen bringt dein Job mit sich?", "Worum geht es in deinem Job?", "Wie schaut dein Werdegang aus?", "Ginge es auch ohne deinen Werdegang?".

Für Lucanus Polagnoli, der den Jungunternehmern beratend zur Seite steht, macht diese persönliche Ebene der Jobinformation den großen Reiz aus: "Wann hat man sonst schon die Gelegenheit, so direkt mit all den Leuten zu sprechen?" Demnach könnte watchado vielleicht als verlängerter Arm der klassischen Karrieremessen durchgehen.

Kein Wunder, dass auch Schulen bereits auf die Idee zurückgreifen. Zudem weitet man den Aktionsradius mit Unterstützung von Ex-Siemens-Vorstand Brigitte Ederer, Nationalbank-Präsident Claus Raidl und Ex-Raiffeisen-General Peter Püspök gerade auf Deutschland aus. (Karin Riss, derStandard.at, 29.1.2014)

  • Da hat jemand seinen Traumjob gefunden: Aus dem neuen Büro von Whatchado.
    foto: watchado

    Da hat jemand seinen Traumjob gefunden: Aus dem neuen Büro von Whatchado.

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