Donau-Uni Krems will vorerst drei PhD-Programme anbieten

29. Jänner 2014, 13:22
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Promotionsrecht erneut im Nationalrat beschlossen - Kritik vom Wissenschaftsrat

Krems - Zwanzig Jahre nach ihrer Gründung macht die Donau-Uni Krems einen Schritt in Richtung Volluniversität für Weiterbildung. Die Regierung hat am Mittwoch im Ministerrat erneut das im Hochschulsektor umstrittene Promotionsrecht für die Hochschule beschlossen. Der nochmalige Beschluss war durch die Neukonstituierung des Nationalrats nötig geworden.

Drei PhD-Programme geplant

Künftigen PhD-Studiengänge haben eine Mindestdauer von drei Jahren, vor ihrem Start müssen die Studiengänge durch die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) akkreditiert werden. Nach acht Jahren werden sie erneut einer Evaluierung unterzogen. Laut einer Aussendung von Uni-Rektor Friedrich Faulhammer sind in einem ersten Schritt drei PhD-Programme geplant, und zwar in den Feldern "Regenerative Medizin", "Migration Studies" und "Raum und soziale Inklusion".

Pröll zufrieden

Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) bezeichnete das Promotionsrecht in einer Aussendung als "schöne Anerkennung für die Fortschritte der Vergangenheit und ein Ansporn für die Zukunft, das hohe Niveau aufrecht zu halten". Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), der Druck für das Promotionsrecht gemacht hatte, sieht einen Meilenstein in der Entwicklung und eine Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit.

Zweifel an Qualität

Universitätenkonferenz, Fachhochschulkonferenz, Privatuniversitätenkonferenz, Uni-Senate und Österreichische HochschülerInnenschaft lehnen das Promotionsrecht ab. Sie stellen infrage, ob dort wissenschaftliche Qualitätskriterien eingehalten werden können und ob es überhaupt ausreichend Kapazitäten für PhD-Studien gibt. Der Wissenschaftsrat sieht derzeit nicht die Bedingungen gegeben, "um international vergleichbare, wissenschaftliche Doktoratsstudien" anzubieten.

Nur außerordentliche Studien

Die Donau-Uni Krems wurde 1994 gegründet. 1996 ist sie mit 93 Studenten gestartet, 2012 waren es bereits rund 7.000. Wegen ihrer Konzeption als Weiterbildungsuniversität können an der Kremser Uni keine Grundstudien sondern nur außerordentliche Studien angeboten werden. Die Donau-Uni ist zwar eine öffentliche Uni, unterliegt aber nicht dem Universitätsgesetz sondern einem eigenen Gesetz. Bei einem Gesamtbudget von 40 Millionen Euro beträgt der Eigenfinanzierungsanteil vor allem durch Studiengebühren und Forschungsaufträge knapp 80 Prozent, den Rest teilen sich Bund und Land Niederösterreich. (APA, 29.1.2014)

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