GCHQ nutzt Facebook zur Vorhersage von Protesten

29. Jänner 2014, 13:15
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Der britische Geheimdienst schaut sich Klicks von YouTube und Facebook an

Es ist wenig überraschend, dass der britische Geheimdienst GCHQ, der auch mit der NSA in Sachen Internetüberwachung kooperiert, soziale Netzwerke überwacht und daraus Vorhersagen für etwaige Proteste trifft. Die Dokumente, die das beweisen sollen, wurden nun aber von NBC veröffentlicht und stammen vom Whistleblower Edward Snowden.

Klick-Analyse

Der Geheimdienst soll den Traffic aus Glasfaserkabeln analysieren, um zu sehen, welche Medien gerade aktuell von der Masse konsumiert werden. YouTube-Videos oder Links auf Twitter und Facebook sollen so aufzeigen, was die Menschen gerade interessiert. Die Proteste in Bahrain hätte man so vorhersagen können, berichtet Heise.

IT-Unternehmen wissen nichts

Unter dem Programmnamen "Squeaky Dolphin" sei eine breitgefächerte Überwachung von Online-Aktivitäten möglich – in Echtzeit. Analysiert werden dabei eben Klickraten von YouTube-Videos, Likes auf Facebook und Visits auf Googles Blogger. Dies lasse sich sogar auf lokale Ebene spezifizieren, sodass Trends in einzelnen Städten erkennbar werden. Facebook, Google und andere betroffene Unternehmen wüssten davon aber nichts.

Nicht gegen Individuen gerichtet

Die Powerpoint-Präsentation, die offenbar von einem Vertreter des britischen Geheimdienstes stammt, sollte bei der NSA die Fähigkeiten des GCHQ demonstrieren. Laut GCHQ sind diese Maßnahmen nicht gegen Individuen gerichtet, sondern sollen Trends aufspüren. Das alles würde sich zudem strikt in einem gesetzlichen Rahmen abspielen. (red, derStandard.at, 29.1.2014)

  • Aus verschiedenen Klicktrends kann der britische Geheimdienst Proteste vorhersagen
    foto: apa

    Aus verschiedenen Klicktrends kann der britische Geheimdienst Proteste vorhersagen

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