Die digitalen Ureinwohner kommen

30. Jänner 2014, 10:10
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Vom Quereinsteiger zum Spitzenkandidaten, vom "alltagsparanoiden" Facebook-Verweigerer zum digitalen Ureinwohner: Neos-Chef Matthias Strolz diskutierte mit Teilnehmern der Marketing Rockstars Academy - Ein Gastbeitrag von Maximilian Amort

Graz - Scott Koch sagte einmal, dass nicht mehr eine Marke bestimme, was der Verbraucher benötige, sondern der Verbraucher am Drücker sei, in dem er anderen Verbrauchern davon erzähle. Das Erfolgsrezept von "Neos - Das neue Österreich" ist also die Kommunikationsstrategie ihrer Anhänger. Doch wie kann Matthias Strolz dies steuern, beziehungsweise durch seine Person beeinflussen?

Zur Auftaktsession von Marketing Rockstars Unlimited am Montagabend im Stadtmuseum Graz diskutierte der Neos-Parteichef mit 100 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Medien über "Digital Political Campaigning". Maximilian Amort von der Marketing Rockstars Academy war einer davon.

Man stelle sich vor, Freunde aus Deutschland würde nicht auf Facebook posten, dass sie gerade am Baggersee sind und die Mutter würde sich nicht über das hübsche Mädchen auf dem neuen Profilbild unterhalten. Welche Gesprächsthemen blieben dann der Generation der Digital Natives - also der digitalen Ureinwohner noch? Richtig - keine! 

Lechzen nach Authentizität

Genau dieses Phänomen hat sich Strolz zu Nutze gemacht: Der Bevölkerung fehlt Authentizität und Kontakt zu den Politikern. Gesagt, getan. Schon wird das digitale Marketing zum Hygienefaktor für politikaffine Interessenten mit dem Drang zu Größerem. Also ist Strolz ein Dienstleister für viele Bürger, die einfach nur nach Authentizität lechzen. Das war neu, das war Neos.

Im parlamentarischen Alltag angekommen, ist es schwer, neu zu sein, innovativ und gleichzeitig doch professionell und authentisch zu bleiben. Noch kann man auf Marketingstrategien wie die "Hochzeit" zwischen dem Lif und Neos vertrauen, doch ein Patentrezept ist auch bei den Neos nicht in Sicht. Eines ist aus Marketingsicht sicher: Strolz hat mit seinen Neos die Wähler dort abgeholt, wo sie zum Zeitpunkt der Wahl standen: Unsicher und ratlos zwischen den unendlichen Fluten des konventionellen Geschwätzes. 

Mit einem Klick hinter die Masken der Tagespolitik

Ob auch sogenannte Zwischenkampagnen und Europawahlen diese Welle des Hypes über die nächsten Monate vermitteln können, bleibt abzuwarten. Eines können sich andere Parteien abschauen: Twittern und Facebooken ist am dann am Authentischsten, wenn es von der betreffenden Person selbst verfasst wurde. Die sozialen Medien können Wählerinnen und Wählern dabei helfen, mit einem Klick hinter die Masken der österreichischen Tagespolitik zu sehen. (Maximilian Amort, derStandard.at, 29.1.2014)

Maximilian Amort ist Teilnehmer der Marketing Rockstars Academy. Er ist 23 Jahre alt und arbeitet bei Catra GmbH.

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Marketing Rockstars

  • Neos-Chef Matthias Strolz war zu Gast bei der Auftaktsession von Marketing Rockstars Unlimited.
    foto: marketing rockstars unlimited

    Neos-Chef Matthias Strolz war zu Gast bei der Auftaktsession von Marketing Rockstars Unlimited.

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