Mehr Geld für Wissenschaft und Forschung gefordert

29. Jänner 2014, 12:34
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Der Forschungsrat appelliert an die Regierung, Investitionen in Wissenschaft und Forschung seien "Investitionen in die Zukunft"

Die Vorsitzenden des Forschungsrats fordern im Vorfeld der Budgetverhandlungen einmal mehr die Realisierung dringend notwendiger Maßnahmen zur besseren Finanzierung des Hochschulsektors und der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E). "Nur durch eine kontinuierliche Steigerung der budgetären Ausstattung kann ein nachhaltiges Wachstum für Wissenschaft und Forschung gewährleistet werden", sagt Hannes Androsch, Vorsitzender des Forschungsrats.

Empfehlung des Forschungsrats

In einer aktuellen Empfehlung wird die Regierung dazu aufgerufen, nicht nur ein klares Bekenntnis, sondern auch Engagement für Bildung, Wissenschaft und Forschung zu zeigen. Für diese Bereiche brauche man sowohl optimale Rahmenbedingungen als auch eine "angemessene finanzielle Ausstattung", sagt der stellvertretende Vorsitzende Peter Skalicky. Die Präsidentin des Wissenschaftsfonds, Pascale Ehrenfreund, betont die Wichtigkeit der Grundlagenforschung. Bei Besuchen an den Universitäten werde vor allem eines immer wieder genannt, in das man investieren müsse: "Infrastruktur, Infrastruktur, Infrastruktur."

Wissenschaft und Forschung als elementare Stützen

Mit der Implementierung der "Strategie für Forschung, Technologie und Innovation" aus dem Jahr 2011 wurde ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in Österreich gesetzt. Darin wurde das Erreichen einer F&E-Quote von 3,76 Prozent des BIP bis 2020 festgehalten. Im aktuellen Regierungsprogramm hat die Bundesregierung die Bereiche "Wissenschaft und Forschung" nun erneut als elementare Stützen der gesamtstaatlichen Entwicklung Österreichs ausgewiesen. Ein Ziel der Bundesregierung ist das Setzen konkreter budgetärer Maßnahmen zum Erreichen der Zweiprozent-Quote für tertiäre Bildungseinrichtungen bis zum Jahr 2020.

Zusätzlicher Finanzierungsbedarf

Aus einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) geht hervor, dass das Ziel von 3,76 Prozent nicht eingehalten werden kann. Zum Erreichen desselben wäre eine Steigerung bei der öffentlichen Finanzierung von 2013 bis 2020 notwendig. Der kumulierte zusätzliche Finanzierungsbedarf liegt bis 2018 bei über zwei Milliarden Euro (ausgehend von 2013). Soll das Zweiprozent-Ziel für den Hochschulsektor bis zum Jahr 2020 erreicht werden, muss ebenfalls mehr Geld zur Verfügung gestellt werden. Die Ausgaben müssen auf 8,3 Milliarden jährlich im Jahr 2020 ansteigen, wobei die Steigerungen vorwiegend die öffentliche Hand tragen soll. Im Moment ist das Erreichen des Ziels aber noch unwahrscheinlich, weshalb akuter Handlungsbedarf besteht.

Nachhaltige Investitionen

Die Vorsitzenden des Forschungsrates plädierten deshalb für nachhaltige Investitionen in Wissenschaft und Forschung. Würden die technologischen Innovationen fehlen, so falle Österreich auch wettbewerbsmäßig zurück, sagt Androsch. "Bei aller Notwendigkeit, das Budget zu konsolidieren, sollte man die richtigen Prioritäten setzen." Harald Kainz, Rektor der TU Graz forderte, die entsprechenden Mittel bereitzustellen, um den Anschluss an die internationale Spitze zu schaffen. Die Wissenschaftler seien hochmotiviert, man müsse für sie aber auch geeignete Rahmenbedingungen schaffen. Mit einem Finanzierungsplan für zehn Jahre könne man besser arbeiten, als dies im Moment der Fall sei, sagte Kainz weiter.

Stärkeres Bewusstsein schaffen

Auch in der Bevölkerung müsse man mehr Bewusstsein für die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die Entwicklung des Landes schaffen, sagt Androsch. Investitionen seien unerlässlich und müssten als Investitionen für die Zukunft gesehen werden. In keinem anderen Bereich erhalte man einen so großen Output, als wenn man in die Grundlagenforschung investiert, betont auch Kainz. Die Bedeutung für die Entwicklung einer Gesellschaft und ihrer Wirtschaft sowie für den Wohlstand sei unbestritten. (ekk, derStandard.at, 29.1.2014)

  • Der Wille der Wissenschaftler ist vorhanden, doch die Infrastruktur verhungert, meint der Forschungsrat.
 
    foto: nhm, kurt kracher

    Der Wille der Wissenschaftler ist vorhanden, doch die Infrastruktur verhungert, meint der Forschungsrat.

     

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