Leitbörsen in Fernost schließen im Minus

30. Jänner 2014, 13:22
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Lenovo nach Motorola-Übernahme abgestürzt

Tokio - Die Leitbörsen in Fernost haben am Donnerstag einheitlich im Minus geschlossen. Der Nikkei-225 Index in Tokio verlor deutlich um 376,85 Zähler oder 2,45 Prozent auf 15.007,06 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 106,19 Zähler (minus 0,48 Prozent) auf 22.035,42 Einheiten. Der Shanghai Composite gab 16,83 Punkte oder 0,82 Prozent auf 2.033,08 Punkte ab.

Mit Verlusten schlossen auch die Märkte in Singapur und Sydney. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 3.027,22 Zählern mit einem Minus von 20,71 Punkten oder 0,68 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney verlor 41,2 Zähler oder 0,79 Prozent auf 5.199,40 Einheiten.

Für die asiatischen Aktienmärkte dürfte sich der Jänner als einer der schwächsten Monate seit längerer Zeit herausstellen. Neue Daten zur chinesischen Industrie belasteten die fernöstlichen Märkte zusätzlich. Schon davor hatten sich die Sorgen um die Währungen der Schwellenländer als Belastungsprobe herausgestellt. Zusätzlich hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihr Anleihenrückkaufprogramm um 10 Mrd. Dollar gesenkt.

Die chinesischen Märkte reagierten auch auf die Veröffentlichung der endgültigen Einkaufsmanagerindex-Zahlen von HSBC und Markit. Laut Berechnung von Donnerstag beläuft sich der Wert um 1,0 Punkte weniger nun auf 49,5 Zähler. Ein Wert unter 50 Punkten entspricht einer zurückgehenden Wirtschaftsleistung. Grund dürfte laut HSBC der Abbau von Stellen in chinesischen Unternehmen sein. Dieser sei der höchste seit März 2009. Außerdem verwies der HSBC-Analyst auf die Notwendigkeit, konjunkturunterstützende Maßnahmen in Erwägung zu ziehen.

Auf der Unternehmensseite ließ Lenovo mit der Ankündigung, Motorola von Google zu übernehmen, aufhorchen. Lenovo verkaufte seine Smartphones bisher hauptsächlich in China und baut nun auf die bekannte Marke Motorola für den US-Markt. Durch die Übernahme im Wert von 2,91 Mrd. Dollar stieg der Konzern zudem zum drittgrößten Anbieter von Computer-Telefonen auf. Der Abstand zu Samsung und Apple ist jedoch mit einem Marktanteil von 4,5 Prozent noch groß. Die Aktien von Lenovo reagierten mit einem starken Kursverfall von 8,21 Prozent auf 10,06 Hongkong Dollar.

In Tokio mussten aufgrund des starken Yen vor allem die Aktien von exportorientierten Unternehmen starke Abschläge hinnehmen. So verloren Honda-Anteilsscheine 2,52 Prozent auf 3.903 Yen. Honda verdankt 83 Prozent seiner Autoverkäufe dem Ausland. Panasonic, die 48 Prozent ihres Gewinnes aus dem Ausland einholen, verloren 2,83 Prozent auf 1.200 Yen. Nissan, die 34 Prozent ihres Gewinns in Nordamerika einfahren, verzeichneten einen Kursabschlag von 2,41 Prozent auf 892 Yen. Grund dafür dürfte die Erwartung von Analysten sein, dass der Yen bald als Zufluchtsort statt dem Dollar gelten könnte. Das würde den Yen aufwerten und die exportorientierten Unternehmen stark belasten.

In Australien verloren Aktien des Weinproduzenten Treasury Wine Estate nach Ankündigung eines Ergebnisrückgangs wegen eines Geschenkeverbots für Beamte rund 20 Prozent. (APA, 30.1.2014)

 

 

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