Von der B- in die A-Liga

29. Jänner 2014, 18:07
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Europäische Forschung war in Davos stärker vertreten

Dass die Wissenschaften heuer eine merkbar größere Rolle als in den Jahren davor beim Weltwirtschaftsforum (WEF) gespielt haben, ist nicht zuletzt Helga Nowotny zu verdanken. Es sei wichtig, bei den Debatten - heuer war das Motto "Neugestaltung der Welt - eine Stimme der Wissenschaften zu hören", sagte die bis Jahresende 2013 amtierende Präsidentin des European Research Council (ERC) zum Standard. Es sollten nicht nur US-Institute wie das MIT in Davos vertreten sein. Auch in Medienberichten wurde wahrgenommen, dass heuer etwa nur US-Wirtschaftswissenschafter beim WEF zu hören waren.

Das ERC bot neben der österreichischen Wissenschaftsforscherin Nowotny und dem Demografen Wolfgang Lutz auch zwei Medizin-Nobelpreisträger auf: Tim Hunt und Elizabeth Blackburn. Nowotny moderierte auch eine mit sechs Nobelpreisträgern angesetzte Abenddiskussion, bei der es um "wichtige wissenschaftliche Kernnotwendigkeiten für 2014" ging. Daraus ergeben sich spannende Debatten etwa zwischen Wissenschaftern und Bauunternehmern. "So etwas ist in der Form nur in Davos möglich", meinte Nowotny.

Die Mittel für ERC-Projekte wurden von sieben Milliarden Euro in den ersten sieben Jahren auf 13 Milliarden zwischen 2014 bis 2020 erheblich aufgestockt. "Es ist wichtig, auch in Zeiten des Sparens in Grundlagenforschung zu investieren", appellierte Nowotny an Politik und Unternehmen. Denn die höheren Mittel auf EU-Ebene sollten nicht so verstanden werden, dass man in den Mitgliedsstaaten nichts mehr tun müsse. "Wer in die A-Liga will, braucht auch eine B-Liga zu Hause", so Nowotny. (afs, DER STANDARD, 29.1.2014)

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