Klappräder dürfen auch schön sein

Ansichtssache28. Jänner 2014, 16:53
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In Dornbirn entsteht das vielleicht spannendste Klapprad Österreichs - zumindest am Computer

Eigentlich gestaltet der Dornbirner Betrieb Toka Investitionsgüter, doch anlässlich der neuen Firmengründung haben die Mitarbeiter das Klapprad "Fred Fold" kreiert. "Ziel war es nicht, das Produkt marktfähig zu machen, sondern Begeisterung für Design zu wecken", sagt Designer Tobias Bernstein. Leider ist das Bike daher nur eine CAD-Studie, existiert also nur in Renderings und Visualisierungen am Computer. Die Produktion wäre zu teuer, um wirtschaftlich sinnvoll zu sein. Dennoch hat sich die Arbeit ausgezahlt: Das Ergebnis ist nicht nur zweckmäßig, sondern auch echt schön.

foto: toka og/tobias bernstein

Mit dem "Fred Fold" will man zeigen, dass ein Klapprad nicht nur praktisch, sondern auch optisch gefällig gestaltet werden kann. Technik und Funktion würden gerne als Ausrede genommen, um schlechtes Design zu rechtfertigen, so Designer Tobias Bernstein.

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foto: toka og/tobias bernstein

Der Fokus bei der Gestaltung lag auf einem schlichten Erscheinungsbild. Der Schließmechanismus zum Falten sollte optisch unauffällig sein und wird mittels Inbusschlüssel geöffnet.

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foto: toka og/tobias bernstein

Die während der Fahrt auftretenden Kräfte werden durch die lange Achse und die großen horizontalen Auflageflächen in den Rahmen abgeleitet. Die Produktion gestaltet sich äußerst schwierig. Dazu Bernstein: "Das untere Rahmendreieck hat eine einseitige Aufhängung. Das würde enorme Verwindungskräfte produzieren. Zudem gibt es dafür derzeit keine Naben oder Achsen. Man braucht also auch eine Radaufnahme auf der anderen Seite, um Standardkomponenten verwenden zu können."

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foto: toka og/tobias bernstein

Auch die Werkzeuge für den Carbonradbau sind teuer - so eine Produktion würde sich nur bei größeren Stückzahlen rentieren. Bernstein: "Ob die Zielgruppe dafür groß genug ist und bereit ist, über 3.000 Euro dafür zu bezahlen, wage ich zu bezweifeln." Einige Interessenten hätten sich immerhin schon bei ihm gemeldet - bleibt zu hoffen, dass sich nun auch noch ein Hersteller findet und das Rad den Weg vom Computer auf die Straße schafft. (fbay, derStandard.at, 28.1.2014)

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