Kalt, kälter, Cold Cave

27. Jänner 2014, 18:57
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Die Dark-Wave-Formation aus den USA performt mit düsteren Popperlen in Wien

Synthie-Pop allein darf man das nicht nennen. Erstens weil sich da durchaus Gitarren in die Lieder verirren und man - zweitens - das Stimmungsspektrum mit neuzeitlichen Schubladen ja gleich mit einpacken kann. Deshalb gilt die Formation Cold Cave gemeinhin als Dark Wave. Soll sein, auch wenn irgendwie klar zu sein scheint, dass man wahrscheinlich keine Frohnatur ist, wenn man sich Cold Cave nennt. Aber die Zeichen der Zeit stehen bekanntlich nicht unbedingt auf Zwischentöne.

Am Dienstag werden jedenfalls schwarz gekleidete Menschen in die Arena Wien pilgern, um dort Cold Cave zu lauschen. Quasi der Intim-Gig, bevor die Band als Opener von Nine Inch Nails im Frühsommer wiederkehrt (9. Juni, Stadthalle Wien).

Cold Cave ist das Hirnkind von Wesley Eisold. Der US-Amerikaner frönt damit per se keiner neuen Kunst, aber die Mischung macht's aus: Selbstquälerisches Pathos und die Melancholie, die einst die britischen New Order aus dem Dancefloor destillierten, sind der Nährboden seiner Kunst. Wo ein Individuum dergestalt leidet, ist die dunkle Romantik nie weit, und deren Dimension ist schier unendlich.

Zwei Alben mit düsteren Popperlen und sich überschlagenden Silben sind bisher von Cold Cave erschienen, ein Drittes ist für 2014 in Aussicht gestellt. Nach Band-Versionen als Quartett und Trio ist Cold Cave aktuell als Zweimannunternehmen unterwegs, dabei soll es angeblich bleiben. Logisch. Wer jeden Abend den Weltschmerz vertont, braucht auch einmal Zeit für sich. (flu, DER STANDARD, 28.1.2014)

Cold Cave live: 28. 1., Arena Wien, 20.00

  • Wenn Herzblut gefriert, singen Cold Cave ein Lied. Am Dienstag live.
    foto: matador

    Wenn Herzblut gefriert, singen Cold Cave ein Lied. Am Dienstag live.

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