Leberzellkrebs: Leberwerte kennen macht Vorbeugen möglich

27. Jänner 2014, 16:03
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Regelmäßige Laborkontrollen beim Allgemeinmediziner ermöglichen frühe Diagnosen und gezielte Therapien

Am 4. Februar 2014 ist der Welt-Krebstag. Seit 2007 ruft die Welt-Krebsorganisation (UICC) diesen internationalen Tag aus, um über Krebserkrankungen aufzuklären. Rund 900 Personen erkranken jährlich neu an Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC, Anm.Red.), in Deutschland sind 5000 Menschen jährlich von einer Neuerkrankung betroffen, Tendenz steigend. Auch der Anteil der daran Gestorbenen hat sich erhöht – in den letzten 30 Jahren um fast 56 Prozent.

"Wenn regelmäßig Leberwerte getestet und Lebererkrankungen, die zum Leberzellkrebs führen könnten, rechtzeitig erkannt und gezielt behandelt werden, muss es nicht bis zum Leberzellkrebs kommen", sagt Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Die Medizin habe inzwischen sehr gute Therapien und Medikamente, um zum Beispiel chronische Hepatitis-Virusinfektionen zu behandeln – Erkrankungen, die häufig die Vorstufe von Leberzirrhose (Lebervernarbung) und Leberzellkrebs seien.

Schmerzlose Leber

Der Welt-Krebstag macht gezielt auf die Wichtigkeit der Früherkennung aufmerksam. Bleibt eine Lebererkrankung unentdeckt – denn die Leber schmerzt nicht, wenn sie krank ist – sind die Chancen auf eine vollständige Heilung umso schlechter. Dann können zum Beispiel Hepatitis-Virusinfektionen zur Leberzirrhose und zum Leberzellkrebs führen. Wer seine Leberwerte regelmäßig beim Allgemeinmediziner testen lässt, kann früh erkennen, ob die Werte erhöht sind und eventuell eine Lebererkrankung vorliegt. Nur dann kann ein Spezialist eine gezielte Therapie einleiten.

Die Fälle von Leberzellkrebs nehmen zahlenmäßig zu, weil zugrundeliegende und verursachende Erkrankungen immer häufiger werden. Dazu gehören unter anderem die alkoholische Leberzirrhose und die Fettleberzirrhose. Auch die steigenden Zahlen von Jugendlichen mit Übergewicht sorgen für mehr Fälle von Leberzellkrebs. Insgesamt ist ein ungesunder Lebensstil, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung häufig Grund für ein zu hohes Körpergewicht und damit Ursache für Lebererkrankungen.

Chronische Entzündungen

Für die nächsten Jahre erwarten Experten zudem steigende Zahlen von Leberzirrhose und Leberzellkrebs, weil sich viele Patienten vor 1990 mit einer Hepatitis B oder C angesteckt haben, die bislang nicht erkannt und daher nicht behandelt wurde. Diese chronischen Leberentzündungen können unbehandelt innerhalb von 20 bis 30 Jahren zur Leberzirrhose und zum Leberzellkrebs führen. (red, derStandard.at, 27.1.2014)

 

  • Erhöhte Leberwerte geben Hinweise auf Lebererkrankungen.
    foto: apa/barbara gindl

    Erhöhte Leberwerte geben Hinweise auf Lebererkrankungen.

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