Redtube-Abmahnungen: Gericht rudert zurück

27. Jänner 2014, 17:12
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Kölner Richter geben ersten Beschwerden statt: Daten von Nutzern des Porno-Portals Redtube hätten nicht herausgegeben werden dürfen

Überraschende Fortsetzung einer verwickelten Geschichte: Weil sie illegal Pornos beim Portal Redtube gesehen haben sollen, waren mehrere Tausend Nutzer in Deutschland abgemahnt worden. Zu Unrecht, befand nun das Landgericht Köln nach ersten Klagen Betroffener. Ihre Namen und Anschriften hätten nicht an die "The Archive AG", die nach eigenen Angaben die Rechte an den Sexvideos hält, herausgegeben werden dürfen. Damit widersprachen die Richter ihrer ursprünglichen Entscheidung.

The Archive bleibt Antworten schuldig

Die Kammer kam jetzt zum dem Schluss,  dass im Antrag von "The Archive"  von Downloads die Rede war, während es sich tatsächlich - wie sich später herausgestellt habe - um den Abruf von Videos auf einer Streaming-Plattform handelte. Ein bloßes Streaming von Video-Dateien bzw. deren Ansehen mittels eines Streams Stelle im Gegensatz zum Download aber grundsätzlich noch keinen relevaten rechtswidrigen Verstoß im Sinne des Urheberrechts dar. Zudem sei in den Anträgen von The Archive völlig unklar geblieben, wie das zum Ermitteln der IP-Adressen eingesetzte Überwachungsprogramm überhaupt funktioniere. Entsprechende Fragen dazu habe die Antragstellerin unbeantwortet gelassen, heißt es in einer Pressemitteilung des Gerichts. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, doch ein starkes Signal: Streaming-Abmahnungen  sind künftig  kein leicht einträgliches Geschäft mehr. (red, derStandard.at, 27.1.2014

 

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