Nach Drohung mit Rausschmiss: Junge Grüne lenken ein

  • "Nullstes Verständnis" hat Eva Glawischnig für Gewalt.
    foto: apa/helmut fohringer

    "Nullstes Verständnis" hat Eva Glawischnig für Gewalt.

  • "Heute ist Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag sollte man eigentlich etwas anderes tun, als Antifaschismus zu kriminalisieren", sagt Cengiz Kulac von den Jungen Grünen.
    foto: junge grüne

    "Heute ist Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag sollte man eigentlich etwas anderes tun, als Antifaschismus zu kriminalisieren", sagt Cengiz Kulac von den Jungen Grünen.

Bundessprecherin hat "nullstes Verständnis" für Gewaltakte rund um WKR-Ball und fordert Garantieerklärung von Jungen Grünen - Nach Aussprache mit Parteichefin wollen diese doch die Website kontrollieren

Wien - Die Parteichefin ringt nach dem passenden Superlativ. "Absolut nullstes Verständnis" habe sie für jeden, "der das nicht gewaltfrei macht", sagt Eva Glawischnig und meint damit die Demonstrationen gegen den rechtslastigen Akademikerball am vergangenen Freitag in der Wiener Innenstadt. Dass Randalierer dabei Schaufenster eingeschlagen und sogar eine Polizeistation attackiert haben, nennt die grüne Obfrau "ein absolutes Desaster".

Den Zwang zur Klarstellung verdankt Glawischnig dem Nachwuchs der eigenen Partei. Anlässlich des vorwiegend von Burschenschaftern frequentierten Balles hatten die "Jungen Grünen" die Webseite www.nowkr.at eingerichtet, auf der pünktlich zu den Demos folgender Slogan aufgetaucht war: "Unseren Hass den könnt ihr haben."

Zuerst Verteidigung der Junggrünen

Sie hätten die Homepage zwar online gestellt, aber keinen Einfluss auf die dort publizierten Inhalte, verteidigen sich die Junggrünen - was Glawischnig für keine taugliche Rechtfertigung hält. "Ich verlange eine Garantie, dass so etwas nicht mehr vorkommt", sagt sie: Die Jungen Grünen müssten sich klar von gewaltbereiten Gruppen abgrenzen und deshalb Kontrolle über ihre Webauftritte behalten. Andernfalls setze es einen Rauswurf, droht Glawischnig: Die Jugendaktivisten würden das Recht verlieren, als Organisation der Grünen aufzutreten.

Die Adressaten reagierten erst einmal unbeeindruckt. Ehe die Jungen Grünen eine Garantie abgeben, solle ihnen die Parteichefin erst erklären, was sie darunter verstehe, sagte Bundessprecher Cengiz Kulac zum STANDARD. Überhaupt müsse Glawischnig "ihre Kommunikationspraxis überprüfen", habe sie es doch seit vier Jahren nicht für wert gefunden, mit den Jungen Grünen zu kommunizieren. Dass sie nun via Medien mit Rausschmiss droht, sei "schlechter politischer Stil", den man sonst nur von anderen Parteien kenne. Kulac ärgerte auch der Zeitpunkt des Ultimatums. Immerhin sei der 27. Jänner Holocaust-Gedenktag: "Da sollte man etwas anderes tun, als Antifaschismus zu kriminalisieren."

Abgesehen davon, dass die Jungen Grünen die inkriminierte Parole nicht gepostet hätten, will Kulac darin auch keinen Gewaltaufruf sehen. Vielmehr sei damit gemeint gewesen, dass "wir unseren Hass nicht brauchen. Die FPÖ braucht den Hass ja tatsächlich, um damit Politik zu machen".

Dann zurückrudern

Nach einem Gespräch mit der Parteichefin am Montagnachmittag klang Kulac dann allerdings versöhnlicher. "Gespräch gerade mit E. Glawischnig war gut: Klar ist: In Zukunft sind Inhalte von HPs (Homepages, Anmerkung) bei uns oder werden unseren Bedingungen unterstellt", twitterte er. Die Drohung, der Organisation den Status als parteieigene Jugendorganisation zu entziehen, sei damit "momentan hinfällig", hieß es vonseiten der jungen Grünen.

Die Grünen und Alternativen StudentInnen (Gras) verstehen die Kritik der Parteispitze dennoch nicht: Eine offene Plattform wie www.nowkr.at habe den Sinn, dass Rechtsextremisten keine namentlich bekannten Betreiber bedrohen können. Auch Janine Wulz, ehemalige grüne Chefin der Hochschülerschaft (ÖH), ergreift Partei: Sie findet es "extrem problematisch", dass Glawischnig die Jugendaktivisten in ein kriminelles Eck dränge und damit der FPÖ in die Hände spiele."

"Alles gut"

Wulz war am Freitag an vorderster Front dabei: Ein Video zeigt sie neben vermummten Demonstranten, die ein Transparent mit eben jenem "Hass" -Slogan tragen und mit der Polizei auf Tuchfühlung gehen. Böller knallen, Wulz lacht, macht eine beschwichtigende Geste und sagt: "Alles gut."

Sie habe etwaige Polizeiübergriffe dokumentieren, aber auch auf Demonstrantenseite deeskalieren und notfalls vermitteln wollen, sagt Wulz: "Bis zum offiziellen Ende der Demo am Stephansplatz ist ja alles ruhig verlaufen, da hat auch die Polizei deeskaliert." Was dabei zum Lachen war? "Dass sich die Demonstranten patschert angestellt haben." (jo, burg, derStandard.at, 27.1.2014)

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Mensch stelle sich vor, so was von einer anderen Partei!

(ausgenommen natürlich Kom..., Sta..., Tro...,...)
Beschuldigungen und Unterstellungen wären nur der Anfang. Danach kommen Anzeigen und Forderungen nach einem Verbot.

So triften Anspruch und Realität bei den Grünen auseinander...
http://tinyurl.com/mbsuste

ah und weil mir grad so einfällt zu meinem Posting weiter unten:

DrScarletPhD nehmen wir auch noch in die Liste der Kandidaten für existenzvernichtende Strafmaßnahmen.
Falls Sie sich fragen warum:
Weils uns einfach so gefällt. Diktatorisch repressive Maßnahmen benötigen keine Begründung wie Sie vielleicht wissen und so gefällt uns einfach Ihr Nick nicht.Das genügt um Sie zu verfolgen.

;-))

Übrigens wäre es mehr als wünschenswert, wenn man zumindest diejenigen, die man festnehmen/ausforschen konnte nun zu entsprechend SEHR hohen (Geld)strafen verurteilen würde.
Schlicht als Abschreckung und "Anreiz" dazu, solche Aktionen zukünftig zu unterlassen.
Wenn dadurch eine Existenz zerstört wird - dumm gelaufen, man sollte sich eben vorher über die Konsequenzen seines Handelns Gedanken machen.

Ok, und bevor wir jetzt anfangen Teenagern wegen einer hirnlose Aktion die Existenz zu zerstören, schaun wir uns die Darstellung in z.B. deutschen Medien an:

http://www.tagesschau.de/multimedi... m3286.html
Viele hier hängen offenbar der Auffassung an, dass die ganze Nacht die Innenstadt brannte. De facto gabs nur einen (eh unnötigen) Vierminuten-Riot. Das bringt uns noch lange nicht gleichauf mit derartigen Problemen in wirklichen europäischen Metropolen. Da schauts in solchen Fällen ein bissl anders aus. Die immerhin auch im EU-Ausland (v.a. Deutschland und GB) erfolgte mediale Berichterstattung hat vielmehr den Tenor "Mehr als verwunderlich, dass in der Wiener Hofburg sowas der Akademikerball stattfinden darf, aber immerhin gabs Proteste, bei denen es i. Ü. kaum zu Zwischenfällen kam." Also hören Sie bitte auf, nach existenzvernichtenden Maßnahmen zu rufen. Das ist ja peinlich.

Daß sich keine Partei mehr mit Wulz oder Kulac mehr zeigen kann ist doch wohl klar.
Sollen sie umsatteln auf Altenpflege oder Bürokaufmann.

Jemand der Leute in der Stadt, samt ihren Geschäften dermaßen gefährdet hat, hat in der Politik nichts zu suchen.
Das kann man nicht mit "Teenager" verharmlosen.

Vor allem wenn man Wulz´begeisterte Tweets gelesen hat.
Es hat mich erschreckend erinnert an die Faszination die die Gewalt der Nazis offenbar auf Junge ausgestrahlt hat.

Einen Millionenschaden würde ich nun nicht als "kaum ein Zwischenfall" bezeichnen.

Außerdem ist mir schon klar, dass der typische gelangweilte Durchschnitts-Demonstrant die Meinungsfreiheit nur solange akzeptiert, solange diese Meinung nicht gegen seine eigene verstößt; ist ja nichts Neues - das rechtfertigt aber nicht, auch nur den minimalsten Teil des Eigentums eines anderen zu beschädigen.
In welcher Form auch immer.

Ob Sie das für peinlich halten oder nicht...ist nicht wirklich relevant für mich. ;)

Naja gut, fang ma beim Pürstl und der Innenministerin damit an und dann weiter zu Strache und Mölzer.
weitere Kandidaten wären der BK...
;-))

Unabhängig davon dass der Einsatz der Polizei und die darauffolgenden Äusserungen des"Chefs"von der Leitung her als Desaster zu qualifizieren sind:
Ein Problem der Youngsters ist natürlich,zu erkennen dass Schaufenster zertrümmern nichts,aber auch gar nichts mit Antifaschismus zu tun hat.
Dass man, wenn man die Menschen gewinnen will gegen Diktatur und für gelebte Menschenrechte,dies nur mit größtmöglicher Sachlichkeit zuwege bringt.
Mit brennenden Autos,eingeschlagenen Fenstern und fliegenden Mülleimern wird es nicht gehen.
Der"Ordnungsmacht"muss man vor Augenhalten,dass nicht jeder der bei einer Demonstration ein Anliegen vertritt,das durchaus mal gegen die Interessen der einen oder anderen Machtgruppe geht,automatisch gewaltbereit ist.

Das Einlenken kann man sich hier ansehen...

http://666kb.com/i/clcnjk1... jtrpo0.jpg

Eine "Offensive gegen Wien" gabs und gibts nicht. Leicht durchschaubarer Fake!

Ist das noch real?

Was sagt Frau Glawischnig dazu? Alles in Ordnung?

das ist wohl ein fake oder FPÖ-Propaganda
so dumm kann man doch wohl nicht sein?

Nur weil's aufgeräumt haben, die Jungen Grünen?

Lesen Sie http://web.archive.org/web/20131... ifanet.at/

Da findet man aber nur die Hälfte...

Den Teil ab "An die mitlesenden Spießbürger" halt nicht...

Es reicht ja schon der Satz: ...

... "Der Akademikerball ist nur ein Stein in einer Mauer, die es niederzureißen gilt, um auf den Trümmern der alten Gesellschaft die befreite zu erreichten."

oder nicht?

Übrigens: Domaininhaber von antifanet.at sind auch die Jungen Gruenen

Wenn Sie also irgendwo "Ketten sprengen", sollte man besser in Deckung gehen. Na dann ...

Schon...

... aber den Satz kann man noch als metaphorisch sehen - das nachfolgende nicht mehr...

bitte dönmez als bundessprecher!

ja, das wäre schon viel besser

net wirklich

Kennen sie das grüne Pendant zum Penthousesozialismus?

Wohlstandsanarchismus.

uhh, der ist gut!

PR - aber nicht die von Eva Glawischnig gewollte

Was die Glawischnig will, das ist wählerstimmenförderliche Hochglanz-PR, z.B.

http://www.news.at/a/so-zahl... /slide-193

Wo waren eigentlich die AntiFa als für Erdoan demonstriert wurde?

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