Wenn Sportmoderatoren in Ekstase geraten

27. Jänner 2014, 15:44
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Die Abfahrt von Kitzbühel hat es wieder bewiesen: Nicht nur Sportler geben alles. Fünf Beispiele ekstatischer Berichterstattung

"Nur mehr abholen! Nur mehr abholen!", schrie Oliver Polzer bei der letzten Zwischenzeit ins ORF-Mikrofon. Und Hannes Reichelt holte ab, nämlich den Sieg auf der Streif. Dann schrie auch Armin Assinger. Und Polzer schrie noch lauter. Und wer vor dem Fernseher nicht auch schon schrie, verstand am Ende kein Wort mehr. Um Fassung ringend bemühte Assinger Hans Rosenthal, Polzer dachte bereits einen Schritt weiter: "Bitte nicht mehr Sonne und keine Blödheiten vom Wetter!" Es sollte nicht mehr anbrennen, zum Glück, "Tobias Moretti, alle jubeln sie!"


Aber es kann nicht immer so gut laufen. Bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin versank Assinger während der Herren-Abfahrt im Sessel. Als man Michael Walchhofer bereits die Goldmedaille umhängen wollte, fuhr der Franzose Antoine Deneriaz mit der Nummer 30 zum Sieg. Das Böse schwante Assinger bereits bei der Zwischenzeit: "Der ist schnell, bist du deppert!" Am Ende gab es nur noch eine Hoffnung: "Wenn er jetzt nicht niederliegt, dann holt er's." Genau so war es dann auch. Seeger ernüchtert und philosophisch: "Einmal kommt einem ein Lauf aus."


Als Hannes Trinkl zum Abfahrts-Weltmeistertitel 2001 in St. Anton fuhr, entfuhr es Robert Seeger: "Armin, ich werd' verrückt!" Seeger erhob sich, Assinger ballte die Fäuste und sprach mit dem Tisch. Als Seeger wieder zu sich kam, bot er seinem Co-Moderator ein Busserl an. Es blieb beim Angebot.


"Komm Markus, Markus, jaaaaaaaaa!" Was in dieser Form etwas anstößig klingt, war bloß der Jubel von Robert Seeger bei den Kurzbahn-Weltmeisterschaften der Schwimmer 2008 in Manchester. Rogan verwies über 200 Meter Rücken Titelverteidiger Ryan Lochte in Weltrekordzeit um 0,07 Sekunden auf den zweiten Platz. Seeger mit heiserer Stimme: "Mein Gott, Markus, zum Glück bist du geschwommen!"


Andere Länder, andere Sportarten. In Deutschland ist es der Fußball, der Kommentatoren Richtung Nervenzusammenbruch treibt. Das Netzradio der Borussia aus Dortmund erlebte seine euphorischsten Momente, als der BVB in den Schlussminuten das Viertelfinale der Champions League 2013 gegen Malaga drehte: "Wir rasten alle aus! Ich pack es nicht!" Das konnte man hören. (phb; derStandard.at; 27.1.2014)

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