Glyph: Virtual-Reality-Brille projiziert Spiele auf die Netzhaut

27. Jänner 2014, 13:38
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"Virtual Retinal Display" mit kleinen Spiegeln und ohne Bildschirm

Die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift erhält mit "Glyph" von Avegant einen neuen Konkurrenten. Diese verspricht vor allem eine interessante Lösung im Bereich der Bildwiedergabe. Anstelle eines Displays projiziert das Gerät Inhalte direkt auf die Netzhaut des Spielers. Auf Kickstarter buhlt man nun um die Unterstützung von Interessenten.

Retinal Display

"Virtual Retinal Display" nennt man das Verfahren, das im wesentlichen auf einer Reihe winziger Spiegel fußt. Durch die Projektion entsteht trotz effektiver Auflösung von 1.280 x 720 Pixel ein durchgehendes, "solides" Bild ohne unterscheidbaren Pixeln, was besonders wichtig für ein immersives Erlebnis ist. Zudem soll dieser Darstellungsweg im Gegensatz zu einem Bildschirm dem natürlichen Sehen entsprechen. Das Feedback mehrerer Tester bei der CES war hierzu sehr positiv.

Glyph liefert aktuell eine Wiedergabe wie ein 80-Zoll-Fernseher in rund 2,4 Meter Entfernung. Das Sichtfeld umfasst 45 Grad, man arbeitet allerdings an einer Ausweitung.

Für Brillenträger geeignet

In Kombination mit einem Headtracker soll dies neue Bewegungsfreiheiten in Spielen ermöglichen. Entwickelt wurde Glyph ursprünglich für den militärischen Bereich, ehe man feststellte, dass das Konzept in der Unterhaltung ebenso funktioniert.

Die Brille nutzt zur Abfrage des Bildsignals eine normale HDMI-Schnittstelle und soll dementsprechend überall funktionieren, wo ein entsprechendes Interface zur Verfügung steht. Kurz- und weitsichtige Menschen sollen die Projektion an ihre Dioptrienstärke anpassen und Glyph somit ohne ihre normale Brille tragen können.

Anwendungen

Man träumt auch von weiteren Anwendungsmöglichkeiten. Mit einem mobilen Breitbandmodem gekoppelt, ließen sich mit Glyph etwa einfach Anrufe tätigen, in Kombination mit einer entsprechenden Kamera könnte man die Welt vor den eigenen Augen mit erweiterter Wahrnehmung betrachten – etwa durch die Darstellung des ultravioletten und infraroten Spektrum.

Große Nachfrage

Interessierte Spieler können sich für 500 Dollar ein Beta-Exemplar von Glyph sichern, deren Auslieferung man aktuell mit kommendem Dezember terminisiert. Das Projekt stößt aktuell auf enorme Nachfrage. In wenigen Tagen konnte man das angestrebte Finanzierungsziel von 250.000 Dollar um rund das Dreifache übertreffen. Die Kickstarter-Kampagne endet am 21. Februar. (gpi, derStandard.at, 27.01.2014)

Video: Glyph Kickstarter

  • Was aussieht wie der Bügel eines Kopfhörers ist tatsächlich die Vorderseite des VR-Headsets.
    foto: avegant

    Was aussieht wie der Bügel eines Kopfhörers ist tatsächlich die Vorderseite des VR-Headsets.

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