Grazer Forscher berechneten physikalische Karte des Mondes

27. Jänner 2014, 12:37
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Mit Messdaten der NASA-Mission GRAIL konnte ein hochauflösendes Schwerefeldmodell des Erdtrabanten erstellt werden

Graz - Wissenschafter des Instituts für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben eine hochgenaue physikalische Karte des Erdmondes berechnet. Dazu analysierten die Forscher Beobachtungen der NASA-Mission GRAIL, die von September 2011 bis Dezember 2012 den Mond umrundete. Das Modell soll Rückschlüsse auf den Zustand und die Evolution des Erdtrabanten liefern. Ihre vorläufigen Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachblatt "Planetery and Space Science".

Die beidenZwillingsraumsonden GRAIL (Gravity Recovery and Interior Laboratory) hatten das Schwerefeld des Mondes auf winzige Schwankungen untersucht. Mit den Daten wollen Forscher neue Einblicke in die Strukturen des Mondinneren erhalten - von der Kruste bis zum Kern. Die bisher ausgewerteten Daten deuten u.a. darauf hin, dass die Mondkruste bis zu 43 Kilometer dick und von tiefen Magma-Kanälen durchzogen ist, wie die NASA bereitsmeldete. 

Bisher unerreicht genaue Daten

Die Auswertung der umfangreichen Datensammlung beschäftigt seither Forscher rund um den Globus. Die Forscher des IWF haben nun in der Zusammenschau der Schwerefelddaten mit topografischen Daten eine physikalische Karte des Mondes erstellt. "Die Mission brachte bisher unerreicht genaue Daten zum Schwerefeld des Mondes", berichtet IWF-Gruppenleiter Oliver Baur. Im Vergleich zu früheren Missionen seien deutliche Verbesserungen der Messgenauigkeit sowohl auf der der Erde zugewandten als auch der abgewandten Seite erreicht worden.

Die physikalische Karte habe eine räumliche Auflösung von 20 bis 30 km, so Baur. Es sei "das erste in Europa berechnete und in einer Fachzeitschrift veröffentlichte hochauflösende Schwerefeldmodell des Mondes", so der Grazer Wissenschafter. Für sein Team ist damit die Arbeit aber nicht beendet: "Jetzt gehen wir daran, durch die Dehnung des Datenzeitraumes als auch weitere Filterung von Störeinflüssen die Schwerefeldaten noch genauer zu bestimmen", so Baur. (APA/red, derStandard.at, 27.1.2014)

  • Die NASA-Mission GRAIL (Gravity Recovery and Interior Laboratory) hatte das Ziel, durch Vermessung des Schwerefelds und der Schwereanomalien des Mondes Aufschlüsse über den inneren Aufbau des Mondes zu gewinnen.
    illu: nasa

    Die NASA-Mission GRAIL (Gravity Recovery and Interior Laboratory) hatte das Ziel, durch Vermessung des Schwerefelds und der Schwereanomalien des Mondes Aufschlüsse über den inneren Aufbau des Mondes zu gewinnen.

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