Wiener Straßenbahnfahrer nach Attacke außer Lebensgefahr

27. Jänner 2014, 11:32
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Ärzte sprechen von "unfassbarem Glück" - Blutgefäße um Millimeter verfehlt - Verdächtiger verweigerte bisher jede Aussage

Wien - Nach der Messerattacke auf einen Wiener Straßenbahnfahrer (23) ist dieser definitiv außer Lebensgefahr, bestätigten heute, Montag, einen Tag nach dem Angriff Polizei und AUVA. Die Ärzte sprechen von "unfassbarem Glück", da die Stiche wichtige Blutgefäße nur um Millimeter verfehlten. Der 52-jährige Verdächtige verweigerte bisher jede Aussage und will sich zuerst mit einem Anwalt besprechen.

Zu der Bluttat war es am Sonntag gegen 11.30 Uhr am Franz-Jonas-Platz in Floridsdorf gekommen. Der 23-jährige Straßenbahnfahrer hatte an der Endstelle der Linie 31 seine Garnitur gestoppt. Zu Fuß wollte er zu den Diensträumlichkeiten der Verkehrsbetriebe, um eine Pause anzutreten. Wie er in einer ersten Einvernahme schilderte, ging der 52-Jährige nach etwa 25 Metern völlig grundlos von hinten auf ihn los. Den ersten Messerstich habe er im Schock gar nicht als solchen realisiert. Bei dem folgenden Gerangel versuchte der 23-Jährige, sich auf den Angreifer zu legen, um ihn so zu fixieren.

Nicht vorbestraft

Als beide wieder auf die Beine kamen, flüchtete der Ältere, während sein Opfer an die Scheibe des Aufenthaltsraums klopfte, um seine Kollegen zu alarmieren. Zeugen folgten dem Angreifer, der sich vor einer nahen Bankfiliale auf den Boden setzte und widerstandslos festgenommen wurde. Der Mann soll wegen psychischer Probleme behandelt worden sein, was die Polizei aber nicht bestätigen durfte. Ein entsprechendes Gutachten soll nun erstellt werden. Vorstrafen habe der 52-Jährige keine, allerdings sei er polizeibekannt weil gegen ihn ermittelt wurde - allerdings handelte es sich dabei um nichts "Dramatisches".

Das Opfer wurde ins Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus eingeliefert, wo es notoperiert wurde. Dass der Mann überlebte und es ihm relativ gut gehe, sei "wie ein Wunder", zitierte Polizeisprecher Thomas Keiblinger die Aussagen der Ärzte. Die Stiche mit dem zweischneidigen Messer ziehen sich vom Kopf über den Nacken- und Halsbereich bis zu Schulter und Oberarm. Arterien wurden von der rund zwölf Zentimeter langen Klinge oft nur um Millimeter verfehlt.

Bei den Wiener Linien zeigte man sich am Montag sehr erleichtert, dass es dem 23-Jährigen besser geht. Im ersten Halbjahr 2013 wurden 59 tätliche Angriffe auf Mitarbeiter registriert, 37 davon richteten sich gegen Fahrer, 22 gegen Kontrolleure. Im entsprechenden Zeitraum 2012 waren es insgesamt 97 gewesen. Diesen Rückgang führt man auf das durchgeführte Deeskalationstraining, abgeschlossene Fahrerkabinen in neueren Garnituren sowie den abschreckenden Effekt der Videoüberwachung zurück. Attacken wie am Sonntag würden sich dadurch natürlich nicht verhindern lassen. (APA, 27.1.2014)

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