Verbleib jüdischer Siedler: Streit über Äußerungen Netanjahus

27. Jänner 2014, 11:01
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Palästinenser und Ultrarechte erzürnt

Ramallah/Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mit Äußerungen über den Verbleib jüdischer Siedler im Westjordanland eine Kontroverse ausgelöst. Die Idee, dass Siedler auch im Rahmen eines künftigen Palästinenserstaates in ihren Häusern bleiben könnten, sorgt für zornige Reaktionen in der Palästinenserbehörde sowie im ultrarechten Lager in Netanjahus Regierung.

Netanjahu hatte am Freitag während des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos bekräftigt, er habe keinerlei Absicht, israelische Siedlungen in den Palästinensergebieten zu räumen. Er wolle "nicht einen einzigen Israeli entwurzeln". Ein Vertrauter Netanjahus erklärte später nach Medienberichten, israelische Siedler könnten künftig auch unter palästinensischer Souveränität leben.

"Moralischer Richtungsverlust"

Wirtschaftsminister Naftali Bennett von der Siedlerpartei Das Jüdische Haus griff Netanjahu daraufhin massiv an. Bennett habe Netanjahu einen "moralischen Richtungsverlust" vorgeworfen, berichtete die Zeitung "Haaretz" am Montag.

Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat sagte der Zeitung "Al-Ayyam" (Montagsausgabe): "Wer sagt, dass Siedler bleiben sollen, sagt in Wirklichkeit, dass ein palästinensischer Staat nicht entstehen soll." Man sei nicht dazu bereit, dass auch nur ein einziger Siedler im Westjordanland bleibe. Netanjahus Büro warf der Palästinenserbehörde daraufhin erneut vor, sie sei nicht an einer Friedensregelung in der Region interessiert. (APA, 27.1.2014)

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