Mann geht seit drei Jahren ans Ende von "Minecraft"

27. Jänner 2014, 10:38
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Möchte "Far Lands" an den technischen Grenzen des Spiels erkunden

Anfang März 2011 verfasste Markus Persson, der unter seinem Nick "Notch" bekannte Schöpfer von "Minecraft" einen Blogpost über den prozeduralen Terrain-Generator der Multiplayer-Sandkiste. Darin erklärte er, dass die "unendlichen" Maps des Spieles gar nicht unendlich seien. Zwei speicherbedingte Limits würden die Größe der Landschaft letztlich begrenzen.

Grenzen

Das äußere "Hard Limit" entspricht ungefähr einem Vierundsechzigstel der Strecke zwischen "Minecraft"-Erde und Sonne. Ab diesem Punkt treten Fehler bei der Errechnung der Position neuer Blöcke auf, zudem kann es zu Problemen mit Items kommen und die Wegfindungs-Routinen der künstlichen Intelligenz setzen aus.

Die zweite Grenze liegt ungefähr bei einem Viertel besagter Strecke. Ab diesem Punkt ist der vom Spiel verwaltete Speicher vollständig gefüllt und es werden beständig alte Blöcke überschrieben.

Far Lands

Große Entfernungen zum Startpunkt führen letztlich zu wahrnehmbaren Effekten. Der Spieler bewegt sich etwa aufgrund von Rundungsfehlern langsamer und der Terrain-Generator erzeugt zunehmen bizarrere Landschaften, oft mit großen Blöcken aus einem Material.

Weil Notch aber nicht damit rechnete, dass viele Spieler von diesem Phänomen je betroffen sein würde, wurden diese Bugs laut Blogeintrag nicht behoben. Die Fehler würden außerdem zum mystischen Flair und Charisma der sogenannten "Far Lands" beitragen.

Westwärts Richtung "0,0"

Eine Erzählung, die den "Minecraft"-Spieler mit dem Pseudonym Kurt J. Mac offenbar inspirierte. Er brach am 28. März 2011 mit seiner Spielfigur gen Westen auf, um die "entfernten Lande" zu besuchen. "In meiner Ignoranz habe ich gedacht, die Reise wird ein Jahr oder so dauern", erklärt er in einem Interview mit dem New Yorker.

Eine Karte über die Reise der ersten 182 Episoden

Tatsächlich hat er zu Fuß in rund drei Jahren das Äquivalent von etwa 700 Kilometern zurückgelegt und ist immer noch geschätzte 12.000 Kilometer von seinem Ziel, der Blockposition "0,0", entfernt. Den Road Trip der besonderen Art, den er gemeinsam mit seinem virtuellen Haustier "Wolfie" bestreitet, dokumentiert er regelmäßig in "Far Lands or Bust" auf YouTube in mittlerweile über 300 Folgen. Für die vierte Staffel sammelte er rund 170.000 Dollar an Spenden, die an Child's Play Charity gehen.

"Minecraft" erfolgreich auf der PS3 gelandet

Das Spiel selbst erfreut sich weiterhin hoher Beliebtheit. Der Titel erschien kurz vor dem vergangenen Weihnachtsfest für die PlayStation 3 und verkaufte sich laut Hersteller Mojang auf der Sony-Plattform seitdem bereits über eine Million Mal . (red, derStandard.at, 27.01.2014)

  • Kurt J. Mac und sein virtueller Hund "Wolfie" ziehen nach Westen, um die sagenumwobenen "Far Lands" zu finden.
    foto: kurt j. mac

    Kurt J. Mac und sein virtueller Hund "Wolfie" ziehen nach Westen, um die sagenumwobenen "Far Lands" zu finden.

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