Fusion von Neos und LIF: Die zweite große Chance

Kommentar26. Jänner 2014, 18:26
110 Postings

Die Neos haben eine zweite Chance, Liberalismus in Österreich fest zu etablieren

Liberalismus hatte es in Österreich traditionell schwer, auch wenn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine kurze "liberale Ära" zum Beispiel die Trennung von Schule und Kirche erkämpfte. Es blieb ein schwieriges Unterfangen, liberale Positionen nachhaltig in der Politik zu verankern - nicht bloß als Bauchladen, aus dem sich die anderen Parteien punktuell bedienten.

Jetzt gibt es, fast auf den Tag 21 Jahre nach der Gründung des Liberalen Forums (LIF) durch Heide Schmidt, wieder eine Partei, die sich dem politischen Liberalismus verpflichtet fühlt: "Neos - Das Neue Österreich und Liberales Forum", wie sie nach der offiziellen Fusion heißt.

Es ist die zweite große Chance, Liberalismus als Geisteshaltung politisch fest zu etablieren. Größer war sie nie.

1993 wurden die Liberalen quasi von Heide Schmidt als Person getragen. Das LIF war Schmidt, es war ihr Projekt, gut, groß, wichtig - und "von oben". Die Neos kommen "von unten". Als moderne Graswurzelbewegung mit einer Dynamik, die in scharfem Kontrast steht zum Gehabe von SPÖ und ÖVP, die Regieren nur noch als puren Machterhalt unter weitgehendem Verzicht auf Reformen betreiben. Selbstbestimmte, bestgebildete, weltoffene Bürger wollen sie offenkundig nicht. Sie haben dem Land eine geistige Verengung und Behäbigkeit aufgezwungen, der auch müde gewordene Grüne wenig entgegenzusetzen haben. Das ist der Boden, auf dem Liberale aufblühen können. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, 27.1.2014)

Share if you care.