Smart-TVs schnüffeln Sehgewohnheiten aus

26. Jänner 2014, 10:08
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Datenübertragung an Sender, Fernseher-Hersteller und Google

Viele aktuelle Smart-TVs bieten nicht nur diverse Online-Funktionen, sondern erfassen auch die Sehgewohnheiten ihrer Nutzer. Das geht aus einem Labortest hervor, den c't mit mehreren neuen Geräten durchgeführt hat.

URL-Aufruf bei Kanalwechsel

Obwohl bei den jeweiligen Geräten die Online-Funktionen deaktiviert waren, konnte Datenübertragung gemessen werden. Den Großteil davon soll ein Dienst namens HbbTV verursachen.

Insbesondere, wenn der Nutzer einen Kanal aufruft, soll dieser vom jeweiligen Sender aus veranlassen, dass das TV-Gerät eine bestimmte Adresse im Web aufruft. So ließen sich unter anderem genauere Quoten ermitteln und die Einschaltzeit analysieren. Die Informationen gehen an die Sender, die TV-Hersteller und fallweise auch an Google. Deutsche Datenschützer halten diese Praxis für rechtswidrig, denn die übermittelten Informationen seien personenbeziehbar.

Kritik an LG im November

Im November war der koreanische Hersteller LG in die Kritik geraten, da seine Smart-TVs ebenfalls Daten aufzeichneten und unverschlüsselt verschickten – auch hier war HbbTV im Spiel. Der Konzern ruderte kurz darauf zurück und beendete diese Praxis nach eigenen Angaben.

HbbTV (Hybrid broadcast broadband TV) ist ein paneuropäischer Standard, der an und für sich dazu dient, erweiterte Informationen zu Sendungen aus dem Internet anzuzeigen und so mehr bietet, als der im Funksignal mitgesendete Teletext. (red, derStandard.at, 26.01.2014)

  • Schon im November gab es Kritik wegen schnüffelnder Smart-TVs - damals an LG.
    foto: ap

    Schon im November gab es Kritik wegen schnüffelnder Smart-TVs - damals an LG.

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