Neymar-Transfer 86 Millionen schwer

24. Jänner 2014, 21:19
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Brasilianer hat damit deutlich mehr gekostet als beim Wechsel offiziell angegeben - Neymar drittteuerster Spieler der Fußballgeschichte

Barcelona - Erst für seinen Königstransfer gefeiert, dann mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt: Am Donnerstagabend musste Sandro Rosell wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten bei der Verpflichtung des brasilianischen Superstars Neymar (21) seinen Hut als Präsident des FC Barcelona nehmen.

Rosell erklärte auf Druck seiner Vorstandskollegen nach einer Krisensitzung Donnerstagnacht seinen Rücktritt. "In den vergangenen Tagen hat ein unfairer, rücksichtsloser Vorwurf der Veruntreuung zu einer Klage gegen mich geführt", sagte Rosell gefasst.

"Von Anfang an habe ich gesagt, dass der Transfer korrekt war. Neymars Unterschrift hat aber wohl Verzweiflung und Neid bei Gegnern hervorgerufen", fügte der 49-Jährige an und erklärte dann laut und deutlich: "Meine Zeit hier ist beendet."

Nach einer herzlichen Umarmung mit dem bisherigen Vizepräsidenten Josep Maria Bartomeu, der bis 2016 dem dreimaligen Champions-League-Sieger vorstehen wird, verschwand Rosell durch den Hinterausgang.

Drittteuerster Spieler der Fußballgeschichte

Bartomeu legte am Freitagabend die Zahlen des Neymar-Transfers offen: Insgesamt kostete der Superstar nicht nur 57,1 Millionen Euro Ablöse, sondern inklusive Handgeldern und diverser Provisionen 86,2 Millionen Euro. Damit ist der Brasilianer der drittteuerste Spieler der Fußballgeschichte - nach Cristiano Ronaldo (94,0) und Gareth Bale (91,0).

10 Millionen für Unterschrift

Neymar selbst kassierte zehn Millionen für die Unterschrift, 2,5 Millionen gab es für seine Stiftung. Sogar von der Ablöse kassierte die Firm N&N der Familie Neymar den größten Teil, nur 17,1 Millionen gingen an seinen Ex-Klub FC Santos. Das Jahresgehalt beträgt 11,3 Millionen Euro. "Wir haben nie gelogen", beteuerte Bartomeu.

Mit seiner Demission zog Rosell, der am 1. Juli 2010 Joan Laporta als Barca-Boss abgelöst hatte, die Konsequenzen aus den Unstimmigkeiten um die Ablösesumme für Neymar, der im vergangenen Sommer vom FC Santos zu den Katalanen gewechselt war. "Rosell flieht, der Skandal bleibt", titelte die Sporttageszeitung Marca am Tag nach Rosells unrühmlichen Abschied und Spaniens größte Tageszeitung El Pais schrieb: "Der Druck der Justiz wurde für Rosell zu groß."

Der Streit um die tatsächliche Ablösesumme für Neymar ist seit dieser Woche ein Fall für die Justiz. Ein Richter des Nationalgerichts in Madrid hatte einer Anhörung über eine mögliche Anklage gegen Rosell am Mittwoch zugestimmt. "Neymar hat 57,1 Millionen Euro gekostet. Jetzt muss es damit genug sein", hatte Rosell zu Wochenbeginn noch einmal versichert. Zuletzt hatte die Zeitung El Mundo sogar berichtet, dass Neymar mit einer tatsächlichen Ablöse von 95 Millionen Euro sogar der teuerste Fußballer aller Zeiten sei.

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Rosell war im Dezember von Jordi Cases, einem Gegner im eigenen Klub, wegen diverser Ungereimtheiten beim Neymar-Wechsel angezeigt worden. Der zuständige Richter ordnete diese Woche nach Einsicht der Akten umfangreiche Untersuchung im Fall Neymar an. Zudem wurde der brasilianische Wunderstürmer aufgefordert, seine persönlichen Verträge offenzulegen

Rosell soll die Vereinsmitglieder, die Öffentlichkeit und vor allem auch seine Vorstandskollegen mit falschen Zahlen getäuscht haben. Noch am 13. Januar hatte der Club dem Gericht eine eidesstattliche Erklärung vorgelegt, nach der es keinerlei illegale Handlungen gegeben habe. Die Katalanen forderten das Gericht auf, deshalb die Klage abzuweisen. Zehn Tage später folgte die Rolle rückwärts.

Verwicklung in Betrugsfall

Rosell geriet nicht das erste Mal in die Negativschlagzeilen. Wegen der angeblichen Verwicklung in einen Betrugsfall muss es sich in Brasilien bis heute vor Gericht verantworten. Als Ausrichter eines Länderspiels zwischen Brasilien und Portugal soll er 2008 mit seiner damaligen Agentur öffentliche Gelder in Millionen-Höhe veruntreut haben. (sid, 24.1.2014)

  • Der scheidende Präsident Sandro Rosell (li) und der künftige Präsident Josep Maria Bartomeu.
    foto: epa/alejandro garcia

    Der scheidende Präsident Sandro Rosell (li) und der künftige Präsident Josep Maria Bartomeu.

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