Pensionsalter: Folge der Verunsicherung

Kommentar24. Jänner 2014, 19:34
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Von einem langfristig abgesicherten Pensionssystem sind wir noch immer meilenweit entfernt.

Es ist schon beachtenswert, wie unambitioniert Österreichs sogenannte Pensionsreformer sind. Um minimale sechs Wochen (nicht Monate!) sind die Österreicher 2013 später in Pension gegangen als im Jahr davor. Für den Sozialminister ein Beweis, dass der "Zug in die richtige Richtung fährt" . Die Gewerkschaft liest daraus gar ab, das gesetzliche Antrittsalter müsse auch in Zukunft nicht angehoben werden.

Von einem langfristig abgesicherten Pensionssystem sind wir freilich noch immer meilenweit entfernt. Das regelmäßige Herumdoktern am Pensionssystem wird in den kommenden Jahren weitergehen, was das Vertrauen in selbiges (und in die Politik) natürlich nicht befördert. Die Folgen dieser seit Jahren praktizierten Verunsicherungspolitik zeigen sich exemplarisch bei der Hacklerregelung. 2013 gab es wieder einen drastischen Anstieg (plus 13,4 Prozent). Wieso? Weil alle noch schnell vor den am 1. Jänner 2014 in Kraft getretenen Verschärfungen flüchten wollten.

Der Zug mag also wirklich in die richtige Richtung fahren, wie Rudolf Hundstorfer das ausdrückte. Wann er allerdings wo ankommen wird und wie viele Stopps er dazwischen einlegt, weiß derzeit niemand. Erst, wenn es Planbarkeit über mehrere Jahre (am besten Jahrzehnte) hinweg gibt, besteht Hoffnung auf einen Mentalitätswandel. Bis dahin werden wir weiter früher als die meisten EU-Bürger in Pension gehen und mehr Geld dafür ausgeben. (Günther Oswald, DER STANDARD, 25.1.2014)

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