Nadal lässt Federer keine Chance

24. Jänner 2014, 13:09
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Spanier siegt im 33. Duell der lebenden Legenden in drei Sätzen, im Finale von Melbourne trifft er nun auf Stanislas Wawrinka

Melbourne - Rafael Nadal hat den Tennisklassiker gegen Roger Federer in Melborne klar für sich entschieden und greift nach seinem zweiten Titel bei den Australian Open. Nur 2:24 Stunden brauchte die Nummer eins der Welt, um die Machtverhältnisse im Herrentennis zu festigen. Beim 7:6 (7:4), 6:3, 6:3 ließ er Federer kaum eine Chance.

Die 16.000 Zuschauer in der Rod-Laver-Arena sahen trotz einer beherzten Vorstellung des Schweizers einen Klassenunterschied, den vor dem Match kaum jemand erwartet hatte. Nadal trifft nun im Kampf um den Melbourne-Titel am Sonntag (9.30 Uhr MEZ) auf den als Nummer acht gesetzten Schweizer Finaldebütanten Stanislas Wawrinka.

Er hat damit die Chance, als erster Spieler der Offenen Ära (seit 1968) alle vier Grand-Slam-Turniere jeweils zweimal zu gewinnen. 2009 hatte der 27-Jährige zum bisher einzigen Mal in Australien triumphiert, im vergangenen Jahr konnte er wegen einer Knieverletzung nicht antreten.

"Heute Abend habe ich das beste Match im gesamten Turnier gespielt", sagte der Spanier, der sich wie immer nach seinen Siegen über Federer als demütiger Gewinner zeigte: "Es ist immer sehr besonders, sehr emotional, wenn ich gegen Roger spiele. Es ist eine Ehre, in der gleichen Liga zu sein wie er."

Nicht zu stoppen

Zu leichtfüßig war Federer zuvor ins Halbfinale marschiert, hatte Jo-Wilfried Tsonga und Wimbledon-Sieger Andy Murray geschlagen und dabei teilweise herausragendes Angriffstennis gezeigt. Doch Nadal erwies sich für den Rekordmann aus Basel immer als besonders harte Nuss - 10 zu 23 lautet die Bilanz in direkten Duellen. Nadal ließ sich diesmal auch von einer schmerzhaften Handverletzung nicht beeindrucken. Als die offene Blase auf der Videoleinwand gezeigt wurde, stöhnte das gesamte Stadion auf. Nadal aber verzog bei der Behandlung nicht einmal das Gesicht.

Schon beim Einzug in die Arena war er kaum zu bremsen gewesen, trippelte unruhig hinter Federer auf und ab, während der Maestro nachdenklich wirkte. In allen drei Sätzen diktierte Nadal das Geschehen, Federer versuchte zwar wie in den Matches zuvor den Weg ans Netz zu finden, doch Nadal schaffte es immer wieder, den 32-Jährigen zu passieren.

Ausgangslage vor dem Finale scheint klar

Erst nach zwei Stunden Spielzeit, beim Stand von 1:2 im dritten Satz, hatte Federer seine einzigen Breakbälle in der gesamten Partie und kam tatsächlich für einen kurzen Moment zurück ins Match. Es war die einzige Nachlässigkeit eines nahezu perfekt spielenden Nadal. Wenige Minuten später verwandelte er seinen zweiten Matchball.

Am zweiten Melbourne-Titel für Nadal dürfte nach der Demonstration gegen Federer kein Weg vorbeiführen. In zwölf Partien gegen Wawrinka hat er keinen einzigen Satz abgegeben. Schafft er es tatsächlich, würde er mit seinem 14. Grand-Slam-Titel mit Tennislegende Pete Sampras gleichziehen. Da passt es perfekt, dass der Amerikaner dem Sieger nach dem Finale den Pokal überreicht. (sid/red, derStandard.at, 24.1.2014)

  • So ein paar Bläschen an der Hand können einen Nadal nicht stoppen.
    foto: apa/ap/brownbill

    So ein paar Bläschen an der Hand können einen Nadal nicht stoppen.

  • Blasen auf die Blasen, und weiter im Programm.
    foto: reuters/gray

    Blasen auf die Blasen, und weiter im Programm.

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