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In Manila fürs Leben lernen

24. Jänner 2014, 10:39

Josef Pilstl arbeitet heute bei BMW Steyr, schrieb an der FH in Steyr seine Diplomarbeit über flexible Arbeitszeitmodelle. Sein Auslandssemester verbrachte er in Manila.

Warum haben Sie sich für ein Auslandssemester in Manila entschieden?

Ich wollte unbedingt ein Land besuchen, das von den uns gewohnten Standards in Europa oder Amerika abweicht. Auch der Status Entwicklungsland hat mich gereizt, da ich mich gerne neuen Herausforderungen und Erfahrungen stelle.

Wie haben Sie die Unterschiede zwischen den Hochschulen erlebt?

Ich war verwundert, wie niedrig das Niveau im Vergleich zur FH OÖ ist. Durch die kulturellen Unterschiede lernt man sehr viele Soft Skills. Filipinos ergreifen seltener Eigeninitiative, sind aber ein sehr fröhliches Volk. Einerseits eine Stärke, aber wer immer mit sich zufrieden ist, kann sich nicht verbessern. Darum gibt es auf der Universität eine intensive Vorbereitung auf die Selbstständigkeit. Man muss damit rechnen, nach dem Abschluss nicht sofort einen Job zu finden – ein wesentlicher Unterschied zur FH OÖ.

Konnten Sie dort Material für ihre Diplomarbeit gewinnen?

Nicht direkt, weil die rechtlichen Rahmenbedingungen völlig unterschiedlich sind. Auf den Philippinen sind 24h-Shops die Norm, Arbeit mitten in der Nacht ohne Zuschläge ist nichts Besonderes. Einen Drang zur Produktivitätssteigerung gibt es auf den Philippinen nicht. Arbeitskräfte sind so günstig, dass keine Veranlassung gibt, einzelne Mitarbeiter möglichst effektiv einzusetzen. Zudem fehlt das Verständnis für Produktivitätssteigerungen, weil sie Arbeitsplätze kosten könnten.

Wie hat Sie der Aufenthalt in Manila persönlich verändert?

Ich bin offener geworden, und das wirkt sich auch positiv auf meinen Beruf aus, da ich mit Begeisterung immer wieder neue Themen bearbeite. Das Verhältnis zwischen Arm und Reich hat mich sehr geprägt, ich bin mit meinem Leben viel zufriedener. Ich bin nach Abschluss des Studiums noch einmal gemeinsam mit meiner Freundin zurück und habe freiwillige Sozialarbeit in Armengebieten in Manila gemacht. Der Kontakt zu Menschen, die als Großfamilie in einer kleinen Blechhütte wohnen und deren größte Sorge ist, wie Reis für den nächsten Tag eingekauft werden kann, prägt einen nachhaltig.

www.fh-ooe.at/international

www.fh-ooe.at/campus-steyr

 

 

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