Akademiker lukrieren rund zwei Millionen Euro

24. Jänner 2014, 10:36
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Deutsche Studie analysiert, wie sich die Ausbildung auf das Lebenseinkommen auswirkt - Eine Berufsausbildung bringt rund 250.000 Euro mehr

"Bildung lohnt sich." Zu diesem wenig überraschenden Resümee kommt eine Studie des deutschen Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Auch wenn nicht wenige Akademiker im Niedriglohnsektor landen, derStandard.at berichtete über eine kürzlich veröffentlichte Analyse, so ist der Unterschied zwischen den Berufsgruppen dennoch eklatant.

Brutto-Lebensentgelte

Hochschulabsolventen verdienen durchschnittlich das 2,7-Fache dessen, was Personen ohne beruflichen Abschluss generieren. In der Studie wurden die durchschnittlichen Brutto-Lebensentgelte von fünf Personengruppen miteinander verglichen. Als Maßstab dienen Zahlen aus den Jahren 2008 bis 2010. Um die Daten in Relation setzen zu können, wurde angenommen, dass Personen ohne Abitur vom 19. bis 65. Lebensjahr durchgängig in Vollbeschäftigung sind, während dies für Maturanten vom 21. bis 65. Lebensjahr und bei Akademikern vom 26. bis 65. Lebensjahr gilt.

Bildungsprämie

Auf dieser Basis und über das gesamte Erwerbsleben betrachtet verdient ein Beschäftigter mit Berufsausbildung im Durchschnitt fast eine Viertel Million Euro mehr als ein Arbeitnehmer, der seinen Job ohne spezifische Berufsausbildung und ohne Matura ausübt. Bei den von den Studienautoren als Bildungsprämie bezeichneten Abschlüssen ergibt sich folgendes Bild. Verglichen mit Personen ohne Berufsausbildung bringt eine Matura als höchster Abschluss im Schnitt 478.000 Euro mehr an Lebensentgelt, bei einem Fachhochschulstudium sind es 920.000 Euro und ein Hochschulstudium schlägt sich mit über 1,2 Millionen Euro zu Buche.

Arbeitnehmer ohne Berufsausbildung verdienen über ihre gesamtes Erwerbsleben hinweg im Durchschnitt rund eine Million Euro brutto, solche mit Berufsausbildung aber ohne Matura kommen auf 1,32 Millionen, Maturanten auf 1,56 Millionen, jene mit einem Fachhochschulabschluss auf 2 Millionen und Hochschulabsolventen auf 2,32 Millionen Euro.

Große Gehaltsunterschiede erst später

Die Lücke zwischen den Einkommen geht erst später auf. Die durchschnittlichen Einstiegsentgelte von Maturanten, Fachhochschul- und Hochschulabsolven­ten liegen relativ nahe an dem Betrag, den Personen ohne Matura im gleichen Alter verdienen. Bis etwa zum 40. Lebensjahr sind jedoch die Steigerungsra­ten in den durchschnittlichen Jahresentgelten für besser gebildete Personen deutlich höher als für Beschäftigte mit niedrigerer formaler Bildung. Am Ende des Erwerbslebens wird die Lücke, die das Ausbildungsniveau aufreißt, sogar wieder kleiner. (red, derStandard.at, 24.1.2014)

  • Eine Berufsausbildung ist viel wert.
    foto: apa/dpa/wolf

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