NSA-Whistleblower Snowden: Verschlüsselung immer noch wirksam

24. Jänner 2014, 08:54
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Sorgen müsse man sich hauptsächlich um die Endgeräte machen

Am Donnerstagabend beantwortete der NSA-Whistleblower Edward Snowden Fragen von Internet-Nutzern und gab dabei unter anderem an, dass eine Rückkehr in die USA für ihn momentan unvorstellbar ist. Die Courage Foundation, ein Unterstützerverein für Informanten, hatte die Fragerunde organisiert. Der Verein bürgt somit dafür, dass die schriftlichen Antworten auf seiner Webseite freesnowden.is tatsächlich von Snowden stammen.

Problem: Endgeräte

Auf die Frage, ob Verschlüsselung überhaupt etwas bringe, antwortete Snowden mit den Worten: "Ordentlich implementierte starke Verschlüsselung funktioniert. Worüber Sie sich Sorgen machen müssen sind die Endgeräte. Wenn jemand Ihren Schlüssel stehlen kann, wird Sie keine Verschlüsselung beschützen können".

Gezielte Überwachung sinnvoller

"Nicht alle Spionage ist schlecht. Das größte Problem ist die neue Technik der allgemeinen Massenüberwachung, bei der Regierungen jeden Tag Milliarden über Milliarden von Daten über die Kommunikation Unschuldiger sammeln", so der Whistleblower. Immerhin könne die NSA mit Hilfe ihrer Ausrüstung gezielte Überwachung durchführen – ohne die gesamte Bevölkerung zu überwachen.

Der Glaube an die Reform

Snowden glaubt außerdem, dass eine Geheimdienstreform durchaus möglich sei. Man könne die Gesetze korrigieren, den Überschwang der Dienste einschränken und die hohen Beamten zur Rechenschaft ziehen, schrieb der Informant. Immerhin beruhten die USA auf starken Werten, so Snowden.

Snowden hat seit dem Vorjahr tausende Geheimdokumente an Journalisten übergeben und brachte so den NSA-Skandal ins Rollen. Die Enthüllungen lösten weltweit Empörung und Forderungen nach einer Reform des US-Geheimdienstes aus. Die Online-Fragerunde wurde von der Courage Foundation organisiert. Der Verein unterstützt Informanten finanziell und juristisch und sammelt Spenden für Snowden, der gegenwärtig im Asyl in Russland lebt. (red/APA, 24.1.2014)

  • Edward Snowden antwortete auf Fragen von Internetnutzern
    foto: reuters

    Edward Snowden antwortete auf Fragen von Internetnutzern

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