Flaute: Sporthandel lockt mit Kampfpreisen

24. Jänner 2014, 06:23
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Die Umsatzflaute zwingt die Händler zu zünftigen Rabatten, schon klagen Skihersteller über die Schleuderpreise im Handel

Auch wenn Frau Holle der Sportartikelbranche und dem Tourismus nun gnädig gestimmt ist, war der Jänner bisher durchwachsen. Vor allem die Händler in den Städten litten unter den hohen Temperaturen. Damit Ski und andere Wintersportartikel nicht in den Regalen liegen bleiben, locken derzeit alle Sportartikelhändler mit großzügigen Rabatten - zum Teil bis zu 70 Prozent.

"Produkt wird durch Preissenkung entwertet"

Sport Eybl preist in einem aktuellen Prospekt einen Head-Ski um 349,99 statt 699,99 Euro an. "Das ist eine Katastrophe, weil das Produkt total entwertet wird", geht Fischer-Chef und Branchensprecher Franz Föttinger mit der Rabattpraxis des Handels hart ins Gericht. "Die Schleuderpreise sind für uns nicht lustig. Der Abverkauf müsste nicht so früh starten, Schnee ist immer noch gekommen", meint auch Atomic-Österreich-Chef Wolfgang Mayrhofer. Wenngleich er einräumt, dass die Nachbestellungen im Jänner "nicht berühmt" seien. Die Läger der Händler seien noch sehr voll.

Bis Weihnachten sei das Geschäft gut gelaufen, dann kam die Delle. Mayrhofer hofft nun wie Föttinger auf ein starkes Semesterferien-Geschäft. Die Buchungslage im Februar sei vielversprechend.

Atomic erwartet stabilen Skimarkt

Der Winter 2013/14 ist noch nicht einmal um, da denken die Skihersteller schon an die nächste Saison. Ab Sonntag (26. Jänner) gibt die Sportbranche auf der Wintersportmesse ispo in München vier Tage lang einen Ausblick auf die neuesten Produkte für die Saison 2014/15. Unter den über 2.500 Ausstellern befinden sich auch zahlreiche aus Österreich, wie etwa Almrausch, Atomic, Burton, Eisbär, Fischer, Head, Kästle, Löffler, Sport 2000 und Sportalm. Mit dabei ist auch der oberösterreichische Sport-App-Entwickler Runtastic.

Für 2013/14 geht Atomic-Chef Mayrhofer trotz teils widriger Umstände von einem stabilen Skimarkt aus. Auch in dieser Saison werde die Industrie wieder rund 350.000 Paar Ski in Österreich verkaufen. Besser liefe das Geschäft mit Skischuhen. Hier könnten die Verkaufszahlen sogar Richtung 400.000 (von zuletzt 380.000) Paar anziehen, erwartet er. Der schwere Skiunfall des früheren Formel-1-Stars Michael Schuhmacher hat dem Absatz von Skihelmen Schwung verliehen. Im Gesamtjahr 2013 waren die realen Umsätze im Sportartikelhandel laut KMU Forschung Austria dennoch um 2,3 Prozent rückläufig. (APA, 24.1.2014)

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