Wawrinka erster Finalist in Melbourne

23. Jänner 2014, 13:28
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Schweizer bezwingt Tomas Berdych in hart umkämpftem Match - Finalgegner Federer oder Nadal

Das Schweizer Tennis-Märchen bei den Australian Open in Melbourne hat auch im ersten Herren-Halbfinale seine Fortsetzung gefunden. Stanislas Wawrinka erreichte am Donnerstag dank eines 6:3,6:7(1),7:6(3),7:6(4)-Erfolgs über den Tschechen Tomas Berdych sein erstes Grand-Slam-Finale.

36 Grand-Slam-Turnier-Teilnahmen

Mit einem Servicewinner verwertete "Stan the Man" in der Rod-Laver-Arena nach 3:32 Stunden Spielzeit seinen zweiten Matchball und schaffte damit bei seiner 36. Grand-Slam-Turnierteilnahme erstmals den Sprung ins Endspiel. In diesem trifft der Weltranglisten-Achte am Sonntag auf den Sieger der Partie zwischen dem Weltranglistenersten Rafael Nadal aus Spanien und seinem Landsmann Roger Federer. Das mit Spannung erwartete zweite Halbfinale findet am Freitag (9.30 Uhr/live Eurosport) statt.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin sprachlos", so der 28-jährige Schweizer. Er habe nie erwartet, jemals in einem Grand-Slam-Finale zu stehen. Mit dem Sieg trug Wawrinka seinen Teil dazu bei, dass es am Sonntag am australischen Nationalfeiertag zum ersten rein schweizerischen Major-Endspiel kommen könnte. Und Wawrinka könnte sogar den Rekord-Grand-Slam-Turnier-Sieger als Schweizer Nummer eins ablösen. Dies wäre der Fall, wenn Federer gegen Nadal verliert oder Wawrinka im Endspiel gegen seinen Landsmann triumphieren würde.

Nur noch der Weltranglistenerste aus Spanien kann einen weiteren Schweizer Grand-Slam-Triumph verhindern. Wawrinka ist erst der dritte Eidgenosse nach Martina Hingis und Roger Federer, der in einem der vier wichtigsten Turniere das Endspiel erreicht hat. Federer stand in seiner Karriere in 24-Grand-Slam-Endspielen (17 Siege/Rekord), Hingis in zwölf (fünf Siege).

Dominante Aufschläger

Im Vergleich zu Wawrinkas Partie im Viertelfinale gegen Titelverteidiger Novak Djokovic aus Serbien entwickelte sich gegen Berdych ein ganz anderes Spiel. Das 14. Duell der beiden bot nur phasenweise ein Spektakel, zu sehr wurde das Geschehen vom jeweiligen Aufschläger dominiert. Beide brachten mehr als 60 Prozent der ersten Aufschläge ins Feld, dementsprechend hoch war die Anzahl der Asse (21:18 zugunsten von Berdych) und Servicewinner.

Die Entscheidung in der Partie fiel in den Tiebreaks des dritten und vierten Satzes, nachdem Berdych jenes im zweiten Durchgang mit 7:1 klar für sich entschieden hatte. Zwei Doppelfehler von Berdych ebneten Wawrinka im zweiten Tiebreak des Abends den Weg zur 2:1-Satzführung.

Auch im dritten Tiebreak war den beiden Kontrahenten die Anspannung anzumerken. Berdych unterlief erneut ein Doppelfehler, zudem segelte eine einfache Vorhand des Tschechen beim Stand von 3:5 ins Aus. Den ersten von drei Matchbällen vergab Wawrinka noch mit seinem insgesamt vierten Doppelfehler des Abends, den zweiten nutzte er.

Miserable Bilanzen gegen Federer und Nadal

Gegen beide möglichen Finalgegner weist Wawrinka, der in dieser Saison in zehn Spielen noch ohne Niederlage ist, eine miserable Bilanz auf. Gegen Federer hat er nur eine von 13 Partien gewonnen, gegen Nadal verließ Wawrinka bisher in allen zwölf Anläufen den Platz als Verlierer. Trotzdem ist dem vor zwei knapp zwei Wochen zum "Schweizer des Jahres" gewählten Außenseiter der ganz große Coup zuzutrauen.

In der Weltrangliste wird Wawrinka am Montag zumindest auf Rang sieben vorrücken und damit sein bisher bestes Ranking erreichen.  (APA, 23.1.2014)

  • Erstmals in einem Grand-Slam-Finale: Stanislas Wawrinka.
    foto: reuters/kujundzic

    Erstmals in einem Grand-Slam-Finale: Stanislas Wawrinka.

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