Seat verlernt das Schleudern

26. Jänner 2014, 16:35
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Seat-Chef Jürgen Stackmann freut sich über positives Jahr 2013 und will den Schwung 2014 mitnehmen

355.004. "Auf die vier lege ich ­besonderen Wert", augenzwinkert Jürgen Stackmann beim Skizzieren von Seats Status quo. Stackmann, seit Mai 2013 Chef des sechstgrößten spanischen Unternehmens, freut sich dabei besonders über den Umstand, dass die 10,6 Prozent Absatzplus gegenüber 2012 bei insgesamt rückläufigem europäischem Markt – dort, wo Seat 80 Prozent seiner Autos verkauft – gelingen konnten.

Das liegt in erster Linie daran, dass der neue Leon voll eingeschlagen hat, und genau da hakt der Seat-Boss jetzt nach. Er will nämlich die Baureihe zur "zweiten Säule" der spanischen VW-Tochter machen. Die erste heißt Ibiza, die beiden Säulen repräsentieren demnach Kleinwagen- und Kompaktsegment.

30-Jahr-Jubiläum und Weltpremiere

Apropos Ibiza: Der feiert heuer 30-Jahr-Jubiläum, besonders laut darüber jubilieren will Seat im Sommer, wenn auch nicht nur auf Ibiza, sondern in ganz Europa und also auch in Österreich.

Zurück zum Leon. Den dynamischen Golf-Konkurrenten gibt's in mittlerweile drei Karosserievarianten – als 5-Türer, Coupé und Kombi (ST). Letzterer war der Anlass für Stackmann, bei der Vienna Autoshow Flagge zu zeigen, es feierte nämlich die Allradversion namens 4Drive hier ihre Welt­premiere.

Die Kernzielmärkte

Das komme nicht von ungefähr, meinte der deutsche Manager. Schließlich zähle Österreich (mit der Schweiz, Süddeutschland, Skandinavien, Norditalien) zu den Kernzielmärkten. Zum Marktstart im April fährt der ST 4Drive mit 105-PS-TDI vor, sommers folgt ein weiterer Diesel mit 150 PS, beim einen meldet der Hersteller einen Normverbrauch von 4,5, beim anderen von 4,8 l / 100 km, das darf man mit dem Attribut "sparsam" versehen.

Im Sommer bekommt der Leon dann auf genau dieser Allrad-Basis sogar noch eine vierte Version zur Seite gestellt, auf dass die Säule auch richtig stramm stehe: den Leon Experience. Mit etwas mehr Bodenfreiheit und im heute so beliebten Offroad-Look.

Außerdem soll ein ganz neu definierter Leon Cupra die Fantasien sportlicher Kunden beflügeln.

Kompakt-SUV von Seat

Ja, und "nachdem der Leon eta­bliert ist als zweite Säule", verrät Stackmann, sei ein Kompakt- SUV ein nächster logischer Schritt. So logisch, dass sich damit das selbstgesteckte Ziel von 500.000 verkauften Seats pro Jahr sehr realistisch anhört. Was sonst noch ­Sache ist? Kräfte nicht verzetteln, weiter voll auf Europa setzen – und bald einmal entscheiden, ob man ein echtes Engagement in China wagen will. Wie auch immer, ob Leon ST 4Drive oder bei der wirtschaftlichen Entwicklung: Seat verlernt das Schleudern. Das hört man gerne. (Andreas Stockinger, DER STANDARD, 24.01.2014)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Die Allradversion des Leon ST feierte bei der Vienna Autoshow Weltpremiere.
    foto: andreas stockinger

    Die Allradversion des Leon ST feierte bei der Vienna Autoshow Weltpremiere.

  •  Nach Österreich kommt der "4Drive"-Kombi im April mit 105-PS- (ab 23.990 €).
    foto: andreas stockinger

     Nach Österreich kommt der "4Drive"-Kombi im April mit 105-PS- (ab 23.990 €).

  • Im Sommer folgt ein 150-PS-Diesel. 
    foto: andreas stockinger

    Im Sommer folgt ein 150-PS-Diesel. 

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    foto: andreas stockinger
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