"Licht für die Welt" will Augenkrankheit Trachom eliminieren

23. Jänner 2014, 10:53
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Betroffen sind besonders Kinder und Frauen in ärmeren Ländern - alle fünf Minuten erblindet ein Mensch daran

Positive Nachrichten in Sachen Spendenfreudigkeit und einen neuen zentralen Schwerpunkt hat die NGO "Licht für die Welt". Im Jahr 2013, in dem "Licht für die Welt" 25. Geburtstag feierte, wurden 14,73 Millionen Euro eingenommen - das entspricht einem Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In 152 Projekten, vor allem in den Schwerpunktländern Äthiopien, Burkina Faso, Mosambik, Sudan und Südsudan, konnte über einer Million Menschen geholfen werden. Nächstes großes Ziel sei es, die gefährliche Augenkrankheit Trachom "in vier bis sechs Jahren zu eliminieren". 

"Sandkorn" im Auge

230 Millionen in den Armutsgebieten der Welt sind von einem Trachom gefährdet - betroffen sind dabei besonders Kinder und Frauen. Durch diese vernachlässigte Krankheit, die durch Chlamydien-Infektionen verursacht wird, verliert derzeit alle Minuten ein Mensch das Augenlicht. 1,2 Millionen Menschen sind heute bereits durch Trachom erblindet, eine weitere Million ist schwer sehbehindert.

"Ohne Behandlung vernarbt die Bindehaut und das Lid dreht sich nach innen. Die Wimpern reiben dann auf der Hornhaut und zerkratzen sie, was im schlimmsten Fall bis zur Erblindung führen kann", sagt "Licht für die Welt"-Augenarzt Schuhmann.  Man müsse sich vorstellen, in jedem Auge ein Sandkorn zu haben - und das den ganzen Tag.

Vor allem mangelnde Hygiene, schlechte Wasserqualität und fehlende sanitäre Einrichtungen fördern die Ausbreitung des Trachoms. Im Rahmen der von der WHO entwickelten SAFE-Strategie will "Licht für die Welt" dazu beitragen, die Infektionskrankheit bis etwa 2020 vollkommen auszulöschen. Dabei geht es um eine Kombination aus der in Akutfällen nötigen Operationen bereits umgestülpter Augenlider ("Surgery"), der Gabe von Antibiotika ("Antibiotics"), Gesichtshygiene ("Facial cleanliness") und der Veränderung der Lebensumwelt ("Environmental Change"). (APA, derStandard.at, 23.1.2014)

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