Champions League im ORF: Puls 4 legt Beschwerde bei KommAustria ein

23. Jänner 2014, 14:35
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Vorwurf: ORF verzerre Wettbewerb, indem er "einen überhöhten, kaufmännisch nicht gerechtfertigten Preis für die Ausstrahlungsrechte geboten hat" - ORF: Lizenzpreis liege im "üblichen Bereich

Wien - Im Dezember sicherte sich der ORF wie berichtet die Rechte für die Uefa-Champions League für 2015/2016 bis 2017/2018. Privatsender Puls 4 hat dagegen jetzt eine Beschwerde bei der KommAustria eingebracht. "Der ORF verzerrt den Wettbewerb auf dem österreichischen Fernsehmarkt, indem er einen überhöhten, kaufmännisch nicht gerechtfertigten Preis für die Ausstrahlungsrechte geboten hat", lautet der Vorwurf. Puls 4 fordert, den "rechtswidrigen Vorgang rückgängig zu machen". 

"Auf Basis unserer Markterfahrung haben wir die Kosten und die zu erwartenden Erlöse des ORF durch den Erwerb der Uefa-Champions League-Rechte hochgerechnet und dabei zeigt sich eine deutlich negative Investitionsrendite für den ORF. Daher kann nicht von 'ökonomisch gut vertretbaren Rechtekosten' die Rede sein", sagt Markus Breitenecker und spielt damit auf die Aussagen von ORF-General Wrabetz an. Breitenecker weiter: "Ganz im Gegenteil: Der ORF hat die Uefa-Champions League zu deutlich überhöhten Kosten erworben. Er hat sich gerade nicht an kaufmännischen Gesichtspunkten orientiert, da eine deutliche Unterdeckung durch Werbeeinnahmen vorliegt. Damit hat der ORF den Wettbewerb verzerrt. Das Vergabeverfahren muss rückgängig gemacht werden."

ORF: Lizenzpreis liege im "üblichen Bereich

Der ORF bezeichnete die Mutmaßung des Privatsenders, dass das ORF-Angebot über bisherigen Markterwartungen gelegen sei, in einer Reaktion als "beispiellos". "Weinerlicher und fadenscheiniger ist eine offenbar als solche empfundene Niederlage im freien Wettbewerb selten verbalisiert worden." Das vom ORF erworbene Rechtepaket lasse den Mitbewerben zudem die Möglichkeit, die übrigen Pakete wie etwa weitere Live-Spiele oder Highlights zu erwerben.

"Der Lizenzpreis liegt im üblichen Bereich von anderen Fußballübertragungen", hieß es aus dem öffentlich-rechtlichen Sender. Beim nach "den Grundsätzen der Transparenz, Objektivität und Gleichbehandlung" ausgestalteten Vergabeverfahren durch die UEFA sei der Preis keineswegs das einzige ausschlaggebende Kriterium gewesen, sondern auch die "redaktionelle Aufbereitung und Umsetzung" berücksichtigt worden. Einer möglichen Untersuchung durch die KommAustria blickt man im ORF entsprechend "gelassen entgegen". (red, derStandard.at, 23.1.2014/APA)

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