Frau in Indien zu Vergewaltigung durch zwölf Männer verurteilt

23. Jänner 2014, 09:58
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20-Jährige hatte Beziehung mit Mann aus Nachbardorf

Neu-Delhi - Auf Beschluss des Dorfrats ist in Indien eine junge Frau einer Gruppenvergewaltigung ausgeliefert worden. Die Misshandlung durch zwölf Männer wurde von dem Dorfrat von Subalpur im Bundesstaat Westbengalen als Strafe verhängt, weil die 20-Jährige eine Beziehung mit einem jungen Mann aus einem Nachbardorf hatte, wie der zuständige Bezirkspolizeichef am Donnerstag sagte.

"Das Mädchen wurde von mehreren Männern vergewaltigt, weil sie eine Affäre mit einem Jugendlichen aus einer anderen Gemeinde hatte und die vom Dorfrat verhängte Geldstrafe nicht zahlen konnte", sagte Polizeichef C. Sudhakar. Das Mädchen und der Bursch seien vor den Rat gezerrt und an zwei Bäume gefesselt worden. Als ihre Eltern zu erkennen gegeben hätten, dass sie die Strafe in Höhe von umgerechnet 295 Euro nicht aufbringen könnten, habe der Rat die Vergewaltigungsstrafe ausgesprochen.

Familie bedroht

Die Tageszeitung "The Times of India" zitiert einen Arzt des Krankenhauses, in dem die Frau behandelt wird: "Sie ist nur am Leben, weil sie ein zähes Mädchen ist." Ihre Mutter sagte der Zeitung, dass sie von den Männern bedroht worden sei, nicht zur Polizei zu gehen. Außerdem seien sie daran gehindert worden, ins nächste Krankenhaus zu fahren. Die Vergewaltigung fand demnach in der Nacht auf Dienstag statt und dauerte bis in die Morgenstunden. Die Vergewaltiger zwangen die Familie, in ihrem Haus zu bleiben.

Die Polizei nahm zwölf mutmaßliche Vergewaltiger und den Dorfvorsitzenden fest.

Anhaltende Proteste nach Gruppenvergewaltigungen

In Indien sorgen Gruppenvergewaltigungen immer wieder für Schlagzeilen. Ein besonders schwerer Fall jährte sich Ende Dezember - eine Gruppenvergewaltigung, die mit dem Tod einer 23-Jährigen in Neu-Delhi endete. Sechs Männer hatten sich am 16. Dezember 2012 an der Studentin vor den Augen ihres Freundes in einem Bus in Neu Delhi vergangen und sie unter anderem mit einer Eisenstange so schwer misshandelt, dass sie knapp zwei Wochen später starb.

Das Verbrechen hatte die indische Öffentlichkeit zutiefst aufgewühlt und tausende Menschen zu Protesten gegen die verbreitete sexuelle Gewalt gegen Frauen und die Gleichgültigkeit der Behörden auf die Straßen getrieben. Die Politik reagierte mit der Einführung der Todesstrafe bei Vergewaltigungen mit Todesfolge. Dennoch wurden seit der Tat vor einem Jahr in Indien immer wieder schwere Sexualverbrechen begangen, unter anderem auch an ausländischen Touristinnen. (APA/red, derStandard.at, 23.1.2014)

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