Li Na und Cibulkova im Finale

23. Jänner 2014, 07:08
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Drittes Endspiel in Australien für die Weltranglistenvierte aus China, erstes für die 24-jährige Slowakin

Auch im Halbfinale der Australian Open der Damen hat es eine Überraschung gegeben: Dominika Cibulkova aus der Slowakei besiegte am Donnerstag nicht nur die höher eingestufte Polin Agnieszka Radwanska - sie fegte sie mit 6:1, 6:2 in einer Deutlichkeit vom Platz, die niemand erwartet hätte. Im Endspiel von Melbourne trifft sie nun am Samstag auf Li Na.

Die Chinesin sorgte gegen Eugenie Bouchard für den Favoritensieg, die 19-jährige Kanadierin konnte sich beim 2:6, 4:6 nach anfänglicher Nervosität erst im zweiten Satz steigern. Für Li ist es immerhin schon das dritte Endspiel "down under" nach 2011 und 2013. Nun ist sie erstmals Favoritin.

Die Kleine mit dem Kampfgeist

Doch endet dieses an Sensationen so reiche Turnier wie es bisher verlaufen ist, dann heißt die Siegerin Cibulkova. Und der Dame aus dem nur rund fünf Millionen Einwohner zählenden Land ist das zuzutrauen. Cibulkova, die erste slowakische Grand-Slam-Finalistin im Einzel überhaupt, hat sich während des Turniers in einen Rausch gespielt. Abgesehen vom 3:6, 6:4, 6:1 im Achtelfinale über Maria Scharapowa hat sie die fünf anderen Matches jeweils klar gewonnen. So auch gegen die als Nummer fünf gesetzte Radwanska.

Die Nummer 24 der Welt traf erneut nahezu jeden Ball. Als der Finaleinzug perfekt war, ließ sie sich überwältigt auf den Rücken fallen, schlug danach immer wieder ungläubig ihre Hände vors Gesicht. Dass sie mit 1,61 Metern zu den kleinsten Spielerinnen auf der Tour gehört, macht sie mit großem Kampfgeist wett. "Es kommt nicht darauf an, wie groß du bist, sondern wie sehr du etwas möchtest."

In ihrer Heimat wird sie wohl spätestens jetzt zum Star werden. Noch nie hatte es eine Slowakin so weit gebracht. "Das ist natürlich etwas ganz Besonderes. Ich liebe es, für mein Land zu spielen", sagte die 24-jährige Fed-Cup-Spielerin.

Li Na Favoritin im Finale

Auch am Samstag wird sie wieder Außenseiterin sein. Denn im dritten Anlauf in Melbourne möchte Li Na endlich ihr zweites Grand-Slam-Turnier nach den French Open 2011 gewinnen. "Es ist nur noch ein Schritt", sagte die Asiatin, die in Melbourne fast so populär ist wie in ihrer Heimat. Ihre Ansprachen nach den Spielen sind seit ihrem ersten Finaleinzug in Melbourne vor drei Jahren legendär.

Damals bekam ihr Ehemann Jiang Shan stets sein Fett weg, doch seitdem sich Li Na den Argentinier Carlos Rodriguez als Coach genommen hat, ist es auch um ihre Beziehung wieder besser bestellt. "Carlos hat meine Ehe gerettet", sagte Li Na, die zuvor mit ihrem Mann trainierte.

Die 31-Jährige hat es als einzige Topspielerin bis ins Finale geschafft, in dem sie erstmals als Favoritin gilt. Sorgen bereitet ihr das aber nicht. "Mein größtes Ziel ist es, nicht hinzufallen", scherzte sie mit Blick auf das Endspiel vor einem Jahr gegen die Weißrussin Victoria Asarenka. Damals war Li Na zweimal gestürzt und hatte sich damit um jede Siegchance gebracht.

Nervöse Bouchard

Das Generationenduell mit der aufstrebenden, erst 19-jährigen Bouchard hat sie jedenfalls noch für sich entschieden. Bouchard, die am Montag erstmals Top 20 ist, scheiterte beim Versuch, ihr erstes Major-Finale zu erreichen, an den eigenen Nerven. "Ich habe versucht, mir einzureden, dass es ein ganz normales Match ist", sagte die Kanadierin, "aber das war es nicht. Es war größer."

Dabei hatte der Teenager sich über prominenten Zuspruch vor dem Spiel gefreut. Mädchenschwarm und Pop-Star Justin Bieber hatte ihr vor der Partie via Twitter viel Glück gewünscht. "Ich war begeistert", sagte die 19-Jährige über die Nachricht ihres weltberühmten Landsmannes, den sie nach ihrem überraschenden Halbfinaleinzug im Interview auf dem Centre Court als Wunschdate bezeichnet hatte. (APA, 23.1.2014)

  • Dominika Cibulkova musste sich nach dem Sieg erst einmal hinlegen.
    foto: apa/ap/brownbill

    Dominika Cibulkova musste sich nach dem Sieg erst einmal hinlegen.

  • Für Li Na ist das Finale nichts Neues, sie war dort schon 2011 und 2013.
    foto: apa/dadswell

    Für Li Na ist das Finale nichts Neues, sie war dort schon 2011 und 2013.

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