Mindestens zehn Tote bei Kämpfen in Bangui

22. Jänner 2014, 17:53
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Religiös motivierte Unruhen in zentralafrikanischer Hauptstadt

Bangui - Bei Zusammenstößen zwischen christlichen und muslimischen Milizen in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui sind am Mittwoch nach Angaben von Augenzeugen mindestens zehn Menschen getötet worden. Wie die Augenzeugen berichteten, lagen nahe des Zentralgefängnisses die Leichen von vier christlichen Zivilisten und sechs Kämpfern der muslimischen Rebellenmiliz Seleka auf der Straße.

Das Gefängnis liegt unweit des Seleka-Lagers Kasai, wo sich die Milizionäre zuvor Kämpfe mit bewaffneten Zivilisten geliefert hatten.

Ein westlicher Diplomat berichtete seinerseits von vier toten Seleka-Kämpfern. Anrainer berichteten, erst die Intervention der französischen und afrikanischen Friedenstruppen hätten die Gewalt beendet. Auch im Norden von Bangui war die Lage nach der Plünderung von Häusern und Geschäften extrem angespannt. Auch hier konnte erst das Einschreiten ruandesischer Soldaten den Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen ein Ende bereiten.

Das mehrheitlich muslimische Rebellenbündnis Seleka hatte im März 2013 Präsident Francois Bozize gestürzt und Michel Djotodia an die Macht gebracht. Dieser löste Seleka offiziell auf, doch sind die Milizen weiter aktiv. Der Putsch stürzte das multikonfessionelle Land im Herzen Afrikas in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen, bei denen allein in den vergangenen Wochen mehr als tausend Menschen getötet wurden.

Da es Djotodia nicht gelang, die Gewalt in den Griff zu kriegen, trat er am 10. Jänner unter dem Druck der Nachbarstaaten von der Staatsspitze zurück. Am Montag wurde Catherine Samba Panza mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zur neuen Übergangspräsidentin gewählt. Sie will die Befriedung des Landes zu ihrer Hauptpriorität machen. Unterstützt wird sie dabei von der Friedenstruppe der Afrikanischen Union und der französischen Militärmission. (APA, 22.1.2014)

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