Burgenlands VP-Chef stellt sich einer Urabstimmung

22. Jänner 2014, 17:33
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Steindl sorgt für Aufsehen an der Basis

Eisenstadt - Reinhold Lopatka, der neue Chef des ÖVP-Parlamentsklubs, ist sich sicher, dass er die am gestrigen Mittwoch begonnene Klausur im steirischen Loipersdorf ohne Schrammen über die Bühne bringen wird. Das Motto heißt "Geschlossenheit" und also auch oder vor allem "keine Obmanndebatte".

Im Burgenland gab es diese Obmanndebatte dagegen unmissverständlich, Ex-Nationalrat Oswald Klikovits stellte am Dienstag Parteichef Franz Steindl recht ruppig infrage, wobei er auch den "Kuschelkurs" im Bund kritisierte.

Tags darauf schlug Steindl - der mit der Ankündigung, für die Wahl 2015 zur Verfügung zu stehen, fast provozierend zuwarten wollte - mit einer unerwarteten Volte zurück. Er will sich "einer Urabstimmung aller 28.000 burgenländischen Mitglieder" stellen. Am kommenden Freitag soll dies und der dazugehörige Termin - der 27. April - im Landesparteivorstand, dem auch Steindl-Vize Klikovits angehört, fixiert werden.

Der Hilferuf des pannonischen Parteichefs an die Basis sorgt nicht nur im Burgenland für einiges Aufsehen. Kurt Lentsch, Bürgermeister des finanziell sehr klammen Neusiedl und Zweiter Landtagspräsident, erläuterte schon knapp nach der Steindl'schen Pressekonferenz, wie dies in Loipersdorf einzuordnen sei. "Viele reden von direkter Demokratie, wir in der ÖVP Burgenland leben sie." Steindls "mutiger Schritt" habe "Vorbildwirkung über das Burgenland hinaus". Hier könnte es, sind die Beobachter sich einig, tatsächlich funktionieren, die Obmanndebatte mithilfe der Basis - und jenseits der Bünde - zu beenden. Dass Ex-Minister Nikolaus Berlakovich, der quasi drohend über dem Szenario hängt, sich der Urabstimmung stellen könnte, wird bezweifelt.

Und Oswald Klikovits? Der sagte bei seinen Ausführungen wider den Parteichef: "Wer gegen den Wind pinkelt, kann leicht nass werden." Und daran ist wohl einiges wahr. (APA, wei, DER STANDARD, 23.1.2014)

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