Cyberattacken kosten bis zu drei Billionen Dollar

22. Jänner 2014, 13:58
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Der Schutz der Privatsphäre und von Geschäftsdaten stand im Mittelpunkt der ersten Diskussionen beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Die Abwehr von Cyberattacken wird zu einem immer größeren Problem für Unternehmen und Regierungen, und die Unsicherheit über den Schutz der Privatsphäre nimmt bei Bürgern zu. McKinsey hat für das Weltwirtschaftsforum in Davos versucht, die Herausforderungen in Zahlen zu gießen: Auf bis zu drei Billionen US-Dollar bis 2020 werden die Kosten geschätzt, die durch Cyberattacken entstehen.

Auf der anderen Seite könne dadurch auch wirtschaftliche Wertschöpfung kreiert werden, etwa durch Lösungen für Datenschutz oder Cloud Computing. Diese Auswirkungen werden auf mindestens 9,6 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Zahlen basieren auf Interviews mit mehr als 300 Unternehmern, Regierungs- und NGO-Vertretern und Experten für einzelne Fachbereiche. 

Einfache Mauern reichen nicht mehr

"Es reicht nicht mehr aus, nur einfache Mauern zu errichten, um Cyberrisiken auf unsere Wirtschaft- und Sozialsysteme zu verringern", sagte Alan Markus, Chef der Telekommunikationsabteilung des Weltwirtschaftsforums. "All das hat Auswirkungen auf Privatsphären, Innovation und den freien Fluss von Daten und Gütern."

Unternehmen müssten bessere Sicherheitssysteme installieren, die stärker in die IT integriert und vor allem auf den Schutz der wichtigen Bereiche fokussiert seien, meinte James Kapan, Partner von McKinsey. Vorgeschlagen wird ein globales Rahmenabkommen, um die Zusammenarbeit zu koordinieren und Kapazitäten aufzubauen, um gemeinsame Lösungen für Regierungen und Unternehmen zu erarbeiten.

"Müssen das Vertrauen unserer User wiederherstellen"

Auch bei der prominent besetzten Diskussionsrunde über den "neuen digitalen Kontext" dominierte dieses Thema: Yahoo-Chefin Marissa Mayer antwortete mit einem Wort auf die Frage, was sie sich von US-Präsident Barack Obama nach den NSA-Enthüllungen wünsche: "Transparenz." Die NSA zapfte unter anderem das Datenzentrum von Yahoo an. "Wir müssen das Vertrauen unserer User wiederherstellen." Eine der entscheidenden Fragen für jeden Einzelnen sei, welche Informationen er teilen möchte.

Der Chef der British-Telecom-Gruppe, Gavin Patterson, sprach sich für mehr gesetzliche Regelungen aus. "Das ist notwendig, um klare Rahmenbedingungen zu haben." Klare Richtlinien wünschte sich auch Randell Stephenson, Chef des US-Telekommunikationsunternehmens AT&T.

Die Möglichkeiten zur Vernetzung veränderten den Tagesablauf jedes Einzelnen, sagte Mayer. Sie kündigte an, dass Smartphones heuer erstmals bei Yahoo die PCs beim Web-Traffic überholen würden. "2014 wird das Jahr des Übergangs." (Alexandra Föderl-Schmid, derStandard.at, 22.1.2014)

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