Valve: Virtual Reality-Revolution beginnt 2015 am PC

22. Jänner 2014, 11:47
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Erste massentaugliche Brillen in ein bis zwei Jahren erwartet

Spielehersteller und Steam-Betreiber Valve hat sich vorgewagt und eine Prognose zum Thema Virtual Reality-Brillen abgegeben. Mehrere bekanntere und weniger bekannte Unternehmen arbeiten mittlerweile an solchen Geräten, für Aufmerksamkeit sorgt schon seit einiger Zeit etwa das Oculus Rift-Projekt. VR-Brillen versprechen Spielern enorm immersive Spielerfahrungen.

"Virtual Reality" könnte früher ankommen, als man denke, meint Michael Abrash, der bei Valves VR-Abteilung tätig ist. Diese Erkenntnis zieht man aus den eigenen Entwicklungsanstrengungen. Man hat auch selbst einen Hardware-Prototypen entworfen. Dieser dient allerdings experimentellen Zwecken, kommerzielle VR-Brillen möchte man nicht auf den Markt bringen.

Präsenz

Die Stärke der Technologie, so Abrash, ist die Erzeugung von Präsenz. Statt sich auf einen flaschen Bildschirm zu beschränken, versetzt eine VR-Brille den Spieler dank 3D-Technologie und Bewegungserkennung mitten ins Geschehen, was eine enorm "kraftvolle" Veränderung sei.

Abrash ist der Ansicht, dass Nachfrage nach VR-Equipment längst nicht nur den Markt für Videospielhardware betreffen wird, sondern die ganze Entertainmentbranche verändern könnte. Erste massentaugliche Produkte könnten bereits binnen zwei Jahren – vielleicht sogar schon 2015 – den Markt erreichen.

PC legt Basis

Beginnen wird die Revolution allerdings am PC – und zwar aus technischen Gründen. Eine VR-Brille muss zahlreiche Komponenten mitbringen. Neben Lagesensoren und anderen Hilfsmitteln für Rundumblick und Bewegungserfassung ist etwa ein extrem hochauflösendes Display mit hoher Wiedergabefrequenz notwendig.

Die hohe Auflösung – mindestens 1080p, idealerweise aber 4K – ist notwendig, da die Augen des Spielers sehr knapp vor dem Display sind und aktiv nur ein gewisser Teil des Sichtfelds fokussiert wird. Die hohe Refresh-Rate soll Übelkeitszuständen vorbeugen, gleichzeitig muss die Abtastung von Position und Lage des Kopfes innerhalb weniger Millisekunden erfolgen.

Aktuelle Konsolen zu schwach für VR

Ein Aufwand, den nach aktueller Einschätzung nur ein Highend-PC stemmen kann. Selbst die Next-Gen-Konsolen Xbox One und PlayStation 4 sind nach Einschätzung von Valve dafür zu schwach auf der Brust. Das Team arbeitet gemeinsam mit den Oculus-Entwicklern an der Verbesserung der VR-Brille. Deren jüngste Revision mit dem Titel "Crystal Cove" sei dank deutlicher Hardwareverbesserungen ein "großer Schritt in die richtige Richtung".

Abrashs Ausführungen zur VR-Zukunft können online in einem umfassenden PDF-Dokument nachgelesen werden. (gpi, derStandard.at, 22.01.2014)

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