Europas Leitbörsen schließen leicht im Minus

22. Jänner 2014, 19:15
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Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen haben den Handel am Mittwoch ohne klare Richtung beendet. Nach mehrmaligem Vorzeichenwechsel im Tagesverlauf schloss der Euro-Stoxx-50 um 1,81 Einheiten oder 0,06 Prozent leichter bei 3.151,27 Zählern. Im Frühhandel sorgten noch gute Vorgaben von der Wall Street für etwas Unterstützung. Daten aus Großbritannien lieferten indessen keine nennenswerten Impulse.

Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien geht schneller zurück als erwartet. In den drei Monaten bis November sei die Arbeitslosenquote im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum von 7,4 Prozent auf 7,1 Prozent gesunken. Dies ist der niedrigste Wert seit März 2009. Damit liegt die Quote nur noch knapp über der Schwelle von 7,0 Prozent, ab der die Bank of England über eine Anhebung des Zinssatzes nachdenken will.

Vor diesem Hintergrund geriet heute auch das heute veröffentlichte Sitzungsprotokoll der Bank of England ins Visier. Trotz zunehmender Glaubwürdigkeitsprobleme denkt die Notenbank nicht über eine Anpassung ihres Zinsversprechens nach. In dem Protokoll finden sich keine Hinweise darauf, dass eine Diskussion über eine Anpassung im geldpolitischen Rat stattgefunden hat.

An die klare Spitze des Euro-Stoxx-50 kletterten ASML mit plus 6,99 Prozent auf 67,51 Euro. Hohe Investitionen in neue Produkte und Übernahmekosten haben die Ergebnisse Europas größten Chipzulieferers im vergangenen Jahr belastet. Der Gewinn ist 2013 zwar um elf Prozent auf 1,02 Mrd. Euro gesunken, die Zahlen fielen dennoch besser als erwartet aus, hieß es aus dem Handel.

Gleich dahinter zogen RWE um 2,70 Prozent auf 27,61 Euro an. Der deutsche Energiekonzern will nicht mehr Kraftwerke stilllegen als bereits angekündigt. Der Konzern hatte im August mitgeteilt, Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Leistung von mehreren tausend Megawatt ganz oder vorübergehend stillzulegen.

Dagegen fielen Allianz in einem schwachen Branchenumfeld um 1,24 Prozent auf 130,95 Euro. Marktteilnehmer verwiesen auf die Nachricht, dass der Chef der Allianz-Fondstochter Pimco, Mohamed El-Erian, seinen Job Mitte März an den Nagel hängen wird.

An der Börse in Helsinki schossen die Aktien des Stahlkonzerns Rautaruukki um satte 33,09 Prozent auf 9,17 Euro nach oben, nachdem der schwedische Branchenkollege SSAB (plus 12,13 Prozent auf 54,35 schwedische Kronen) die Übernahme des finnischen Unternehmens angekündigt hatte. SSAB machte den Aktionären der Rautaruukki ein Umtauschangebot, das eine Prämie von 20 Prozent auf Basis der durchschnittlichen Schlusskurse sowohl für SSAB als auch für Rautaruukki-Aktien für die letzten drei Monate in Ausicht stellt.

ABB fielen 3,55 Prozent auf 23,34 Schweizer Franken. Für das vierte Quartal rechnet der Schweizer Industriekonzern mit höheren Kosten. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird darum mit rund 260 Mio. Dollar belastet.  (APA, 22.1.2014)

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