Anteilserwerb nicht mehr abschreibbar

21. Jänner 2014, 18:21
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Eine wenig beachtete Maßnahme im Abgabenänderungsgesetz 2014 ist die Abschaffung der unter der Schüssel-Regierung eingeführte Firmenwertabschreibung. 2005 wurde gemeinsam mit der Gruppenbesteuerung auch die steuerliche Behandlung vom Erwerb von Unternehmensanteilen (Share-Deal) mit jener von Betriebsstätten gleichgestellt; seither konnte man im Inland Werte, die über den Kaufpreis hinausgehen, auch beim Erwerb von GmbH-Anteilen von mehr als 50 Prozent an der Gesellschaft steuerlich abschreiben.

Diese Regelung war aus steuerrechtlicher Sicht "uneingeschränkt sinnvoll", sagt der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Bernd Hofmann, Partner von PwC. Allerdings hat der Unabhängige Finanzsenat (UFS) im Vorjahr entschieden, dass die Beschränkung auf inländische Gesellschaft ein Verstoß gegen die EU-Niederlassungsfreiheit ist (GZ RV/0073-L/11 vom 16. 4. 2013). Statt die Ausweitung auf ausländische dieser Regelung zu riskieren, wird sie nun wieder abgeschafft. "Share Deals werden dadurch wieder weniger attraktiv", sagt Hofmann.

Die praktischen Auswirkungen auf Standort und Unternehmensentscheidung sind eher gering, betont Hofmann. Außerdem sei die Firmenwertabschreibung in kaum einen anderen EU-Land üblich.

Unglücklich ist die Branche aber vor allem über die unklare Regelung für bestehende Firmenwertabschreibungen: Diese fallen weg, es sei denn, man weist nach, dass sie sich beim Erwerb im Kaufpreis niedergeschlagen haben. Dies brächte einen massiven Verlust an Vertrauenschutz und Rechtssicherheit, warnt Hofmann. (Eric Frey, DER STANDARD, 22.1.2014)

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