Nach Datenklau: Südkoreaner kündigen massenhaft Kreditkarten

21. Jänner 2014, 15:54
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Beispielloser Skandal löst Ansturm aus

Angesichts des bisher größten Datenklau-Skandals in Südkorea haben hunderttausende südkoreanische Bankkunden aus Angst um ihr Geld ihre Kreditkarten aus dem Verkehr gezogen.

Die für die Kontrolle von Geldtransfers zuständige Behörde sprach am Dienstag von mehr als 1,15 Millionen Karteninhabern, die seit Montag ihre Kreditkarten gekündigt oder neue beantragt hätten. Grund ist ein Datenklau-Skandal bei einer Gesellschaft zur Bonitäts-Prüfung, einer Art südkoreanischer Schufa.

Schuldenermittler verkaufte Daten weiter

Die Ansturm auf die Banken wurde durch die Festnahme eines Mitarbeiters der Gesellschaft KCB ausgelöst. Der Mann soll nach Polizei- und Behördenangaben massenhaft Kundendaten von drei Kreditkarten-Anbietern an Telefonmarketing-Unternehmen verkauft haben, deren Chefs ebenfalls festgenommen wurden. Die betroffenen Unternehmen KB Kookmin Card, Lotte Card und NH Nonghyup Card stellten tausende zusätzliche Mitarbeiter ein, um den Kundenansturm zu bewältigen.

Zu den geklauten Daten zählen neben den Kreditkartennummer unter anderem die Kundennamen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen sowie die Sozialversicherungsnummern. Insgesamt seien mehr rund 20 Millionen Kreditkarteninhaber betroffen. Südkorea hat rund 50 Millionen Einwohner. (APA, 21.01.2014)

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KCB

  • Über eine Million Bankkunden haben ihre Kreditkarte gekündigt oder erneuert.
    foto: lotushead / sxc.hu/photo/206579

    Über eine Million Bankkunden haben ihre Kreditkarte gekündigt oder erneuert.

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