Österreich soll 1,5 Milliarden Euro aus neuem EU-Forschungsprogramm holen

21. Jänner 2014, 13:11
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Dazu soll Beratung heimischer Unternehmen und Forschungseinrichtungen gestärkt werden

Wien - Mit Jahresbeginn ist das neue, bis 2020 laufende EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation "Horizon 2020" gestartet. Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner will aus dem mit 80 Milliarden Euro gefüllten Fördertopf 1,5 Milliarden Euro nach Österreich holen, um rund 50 Prozent mehr als im abgelaufenen 7. Forschungsprogramm, sagte er am Dienstag bei der Auftaktkonferenz für "Horizon 2020" in Wien.

"Das neue Programm soll die Wirtschaft in Europa voranbringen und Resultate liefern, die Menschen in ihrem Leben bemerken", sagte EU-Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn. Österreich habe eine hohe und nach wie vor wachsende Exzellenz im Bereich Forschung und Technologie und sei "in einer ausgezeichneten Position, um in 'Horizon 2020' bestehen zu können", verwies die Kommissarin auf die rund eine Milliarde Rückflüsse, die Österreich aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm holen konnte.

Um diese Rückflüsse weiter zu steigern, will Mitterlehner die Beratung heimischer Unternehmen und Institutionen ausbauen. Die Forschungsförderungsgesellschaft FFG habe schon im abgelaufenen Forschungsprogramm 40.000 Forscher beraten, nun soll Unis, Forschungseinrichtungen und Firmen strategisch und noch früher geholfen werden.

Zudem richtet Mitterlehner mit dem "ERA (European Research Area) Council Forum Austria" ein neues Beratungsgremium ein, das unter der Leitung der ehemaligen Präsidentin des Europäischen Forschungsrats (ERC), Helga Nowotny, stehen wird. "Es ist eine Riesenchance, eine Expertin wie Nowotny zu haben, die bestens vertraut mit der Materie ist und uns helfen soll, noch besser zu werden und noch mehr Mittel zu lukrieren", sagte Mitterlehner.

Nowotny hat die Mitglieder des Gremiums, das sich am 21. März konstituieren soll, selbst ausgesucht. Es handelt sich dabei um Jürgen Mlynek, Präsident der deutschen Helmholtz-Gemeinschaft, Reinhilde Veugelers, Ökonomin an der Universität Leuven (Belgien), Jana Kolar, die im slowenischen Wissenschaftsministerium tätig war und selbst ein kleines Unternehmen führt, und der aus Österreich stammende Physiker und Risikokapitalgeber in Großbritannien, Hermann Hauser. Nowotny will ihre Erfahrungen auf EU-Ebene nutzen und Know-How anderer Länder in das Gremium einbringen, das in keiner Konkurrenz zu anderen Beratungsgremien wie dem Forschungs- und Wissenschaftsrat stehen soll, wie sie betonte.

Grundlagenforschung bis Unternehmensforschung

Mitterlehner betonte, dass "Horizon 2020" den gesamten Innovationszyklus abbilde, von der Grundlagenforschung bis zur Unternehmensforschung. Dies sei ähnlich auch in seinem neuen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft der Fall.

Der Minister unterstrich bei der Pressekonferenz auch die Rolle des Grundlagenforschung fördernden Wissenschaftsfonds FWF, "den wir mit einer entsprechenden Dotierung versehen müssen". Deshalb würde das FWF-Basisbudget von 2013 auf 2014 um 9,8 Prozent und von 2014 auf 2015 nochmals um 3 Prozent auf 171,9 Mio. Euro steigen und müsse "für die nächsten Jahre mit Kontinuität versehen werden". Im Zusammenhang mit seiner Forderung nach mehr privaten Mittel für den Hochschul- und Forschungsbereich betonte Mitterlehner, dass diese "nicht die öffentlichen Mittel ersetzen sollen, sondern ergänzend gemeint sind". (APA, 21.1.2014)

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    grafik: apa
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