Österreich auf Augenhöhe mit dem Weltmeister

20. Jänner 2014, 23:13
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Sehr starke Leistung des Nationalteams im zweiten Match der EM-Hauptrunde gegen Spanien, Remis bis zum Schluss möglich

Herning - Österreichs Handball-Männer sind bei der EM in Dänemark nur knapp an einer Sensation vorbeigeschrammt. Zwei Tage nach der schwachen Vorstellung gegen Island musste sich das Nationalteam Weltmeister Spanien ganz knapp nur 27:28 (12:14) geschlagen geben. Mit einer kämpferisch starken Leistung brachte man den Gegner vor 13.000 Zuschauern in Herning an den Rand der zweiten Niederlage im Turnier.

Die Halbfinalchance war für die weiter auf dem letzten Platz von Gruppe I rangierenden Österreicher schon zuvor dahin gewesen. Am Mittwoch wartet zum Abschluss das Duell mit Ungarn (18.15 Uhr). Spanien, das sich eine Niederlage nicht leisten konnte, hat nun gute Karten auf einen Platz im Halbfinale.

Zu Beginn des fünften Turnierspiels bildeten Vitas Ziura, Viktor Szilagyi und Roland Schlinger die Aufbaureihe, die aber gegen die spanische Deckung geraume Zeit keinen Stich machte. Erst in der 11. Minute war Szilagyi zum 4:7 erstmals aus dem Rückraum erfolgreich. Bis dahin waren es die beiden Flügel Raul Santos (2) und Robert Weber, die für die rot-weiß-roten Tore gesorgt hatten.

Am Riemen gerissen

Der Start war ähnlich schlecht wie gegen Island verlaufen, nach 2:30 Minuten stand es bereits 0:3. Diesmal aber kämpfte man sich mit einer aggressiven Abwehr ins Spiel zurück, auch Goalie Nikola Marinovic konnte sich auszeichnen. In der 17. Minute gelang Santos im Gegenstoß sogar die 9:8-Führung, zuvor hatte Dominik Schmid zwei schöne Treffer beigesteuert.

Österreich blieb ab diesem Zeitpunkt an den Spaniern dran, ging sogar zweimal in Führung. Dabei kam dem Außenseiter nicht nur die starke Defensive, sondern auch Fehlwürfe und technische Fehler des Gegners zupass.

Zweimalige Führung

Dennoch gingen die Champions mit einem Plus von zwei Toren in die Pause, weil sich Österreich im Finish der ersten Hälfte mehrmals patzte. Nach dem Seitenwechsel bauten die Spanier ihren Vorsprung auf drei Treffer aus, Österreich kämpfte um den Anschluss.

Die Abwehr um den Mittelblock Markus Kolar/Markus Wagesreiter leistete weiter gute Arbeit, die großen Chancen auf Tore ließ Österreich aber ungenutzt - Weber scheiterte im Gegenstoß (38.), Konrad Wilczynski vom Siebener (40.). Das nutzte Spanien, um sich auf vier Tore abzusetzen (16:20/41.). Doch die ÖHB-Auswahl blieb dran, auch weil der zuvor blasse Szilagyi vier Tore in fünf Minuten beisteuerte und auf 24:26 (51.) stellte.

Ein Wurf zum Schluss

Im Finish waren die Zuschauer beim Stand von 25:27 längst aufseiten der Österreicher, die Spanien weiter zusetzten. Eine Überzahl lief anfangs gut, dann aber vergab Weber die große Chance auf das 27:28 (29.). Das fiel erst später, Österreich erarbeitete sich sogar den letzten Angriff - mit zehn übrigen Sekunden auf der Spieluhr: Mehr als ein direkter Freiwurf schaute aber nicht mehr heraus: Szilagyi brachte den Ball zwar irgendwie an der riesenhaften spanischen Mauer vorbei, verfehlte allerdings auch das Tor.

Dänen buchen Halbfinale

Im ersten Spiel des Tages hatte Island mit 29:27 (14:11) gegen Mazedonien die Oberhand behalten, sich aber ebenfalls schwergetan. Der Tabellenzweite Spanien hält in der Tabelle nun bei sechs Punkten, die Isländer folgen dahinter (5). Mazedonien (2) und Österreich (0) haben keine Chance mehr auf ein Weiterkommen.

Unbeeindruckt weiter Richtung Titel marschiert Dänemark. Das Team des Gastgebers feierte im Abendspiel mit einem 28:24 (14:11) gegen Ungarn den fünften Sieg im fünften Spiel. Der Halbfinal-Einzug ist damit bereits vor der letzten Zwischenrunden-Partie gegen Island sicher. (APA/red - 20.1. 2014)

ERGEBNISSE von der Handball-EM der Männer in Dänemark, Hauptrunde:

Gruppe I, in Herning:

Österreich - Spanien 27:28 (12:14).

Tore: Schmid 6, Hermann 5, Szilagyi 5, Weber 5, Santos 3, Schlinger 2, Wagesreiter 1 bzw. Aguinagalde 8, Canellas 7, Maqueda 4, Rivera 4, Tomas 2, Gurbindo 1, Morros de Argila 1, Guardiola 1

Island - Mazedonien 29:27 (14:11)

Dänemark - Ungarn 28:24 (14:11)

Tabelle:

1. Dänemark          4   4  0  0  121:102    8
2. Spanien           4   3  0  1  123:113    6
3. Island            4   2  1  1  117:114    5
4. Ungarn            4   1  1  2  109:114    3
5. Mazedonien        4   1  0  3   95:110    2
6. Österreich        4   0  0  4  104:116    0

Gruppe II

Tabelle:

1. Frankreich        3   3  0  0   90:80     6 
2. Kroatien          3   2  0  1   83:73     4 
3. Schweden          3   2  0  1   83:74     4 
4. Polen             3   2  0  1   82:80     4 
5. Russland          3   0  0  3   77:88     0 
6. Weißrussland      3   0  0  3   74:94     0

Modus: Erste 2 im Halbfinale, 3. im Spiel um Platz 5

  • Ohne Furcht gegen die Champions: Robert Weber attackiert Spanien.
    foto: reuters

    Ohne Furcht gegen die Champions: Robert Weber attackiert Spanien.

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