Kulturrevolution in Brüssel

Kolumne20. Jänner 2014, 18:28
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Die permanenten Brüsseler Entmündigungsideen schaden der EU immens

Ja, ja und nochmals ja! "Ich kann die Schnauze-voll-Haltung von vielen Leuten (zur EU, Anm.) ja verstehen. Wenn Menschen den Eindruck haben, dass eine anonyme, intransparente Macht sie in ihrem alltäglichen Leben ärgert, kann ich das nachvollziehen": Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, Spitzenkandidat der SPD für die Europawahl und Aspirant auf den Posten des EU-Kommissionspräsidenten, in einem Interview mit der Süddeutschen. Gurkenkrümmung, Sparlampen, Ölkännchenverordnung.

Das sind die Beispiele für die Regelungswut der EU-Kommission. Wobei die Gurkenkrümmung vom Handel gewollt wurde und die Sparlampen auf das Konto einer Industrie-Lobby gehen. Aber egal, die permanenten Brüsseler Entmündigungsideen, ob real oder aufgebauscht (besonders durch die findige britische Presse), schaden der EU immens. Daher: Weniger wäre mehr (Schulz: "Die einen geben nicht eher Ruhe, bis sie auch den letzten kommunalen Friedhof privatisiert haben. Und die anderen hören nicht auf, bevor sie nicht eine einheitliche Beerdigungsverordnung für Europa haben. Das macht die Leute verrückt, damit muss Schluss sein").

Großbürokratien schaffen sich ihre Beschäftigung selbst, um nicht unnötig zu erscheinen ("Parkinsons Gesetz"). Das ist auch in der abgepolsterten Großbürokratie EU-Kommission so. Die brauchen eine Kulturrevolution.  (Hans Rauscher, DER STANDARD, 21.1.2014)

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