Österreichs Städte und ihr Umland wachsen

20. Jänner 2014, 12:01
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Zahl der Einpersonenhaushalte steigt - Öffentlicher Verkehr in Wien, Graz und Linz wichtiger als eigener Pkw

Wien - Österreichs Städte und ihr Umland wachsen, das geht aus der von der Statistik Austria und dem Städtebund am Montag präsentierten Publikation "Österreichs Städte in Zahlen 2013" hervor. Ein weiteres Ergebnis daraus: Die Bevölkerungsentwicklung ist durch Zuwanderung ausländischer Staatsangehöriger geprägt und die Familienstruktur ist von der Gemeindegröße beeinflusst.

Der Trend des Zuzugs in die Ballungsräume und der Wegzug aus grenznahen Regionen hält weiter an, erklärte Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Statistik Austria. Die Bevölkerung in den Landeshauptstädten ist zwischen 2003 und 2013 um durchschnittlich 7,4 Prozent gewachsen, der Österreich-Durchschnitt betrug +4,3 Prozent. Das stärkste Wachstum verzeichneten Eisenstadt (14,1 Prozent), Graz (12,9 Prozent) und Wien (9,3 Prozent).

Von den Umlandgemeinden nahm die Bevölkerung von Gänserndorf bei Wien etwa um 30,1 Prozent zu, die von Kalsdorf bei Graz um 20,4 Prozent oder von Leonding bei Linz um 16,1 Prozent. Kommunen in ländlichen Gebieten hingegen verzeichneten eine Verringerung, wie etwa Eisenerz (-24,2 Prozent), Bad Radkersburg (-13,9 Prozent) oder Mariazell (-11,7 Prozent).

Wanderungsstromdreht sich um

Die Bevölkerung in Österreich nahm von 2003 bis 2013 um 4,3 Prozent zu, in diesem Zeitraum stieg der Anteil ausländischer Staatsangehöriger von 9,2 auf 11,9 Prozent. Die internationale Zuwanderung erfolgte hauptsächlich in Städte und hier wiederum in die Kernzonen. In Wien belief sich der Ausländeranteil auf 23,0 Prozent, in Eisenstadt auf 10,1 Prozent.

Die Migration innerhalb des Landes steht im Zusammenhang mit unterschiedlichen Lebensphasen. Bis etwa zum 40. Lebensjahr überwiegt die Zuwanderung vom Land in die Stadt, ab etwa 60 Jahren kehrt sich der Wanderungsstrom in Richtung ländliche Gemeinden um. Außerdem wird eine "Bildungswanderung", also der Zuzug junger Erwachsender - zum Studium oder aufgrund von Jobmöglichkeiten - in die Kernzonen verzeichnet, so Pesendorfer.

In den vergangenen vier Jahrzehnten stieg der Anteil der Einpersonenhaushalte im Österreichdurchschnitt um 10,7 Prozentpunkte. Familien mit Kindern leben überwiegend in kleinen Gemeinden und Städten, Paare ohne Kinder oder Alleinerzieher sind stärker in Ballungszentren angesiedelt. Der Anteil der Einpersonenhaushalte liegt in allen Landeshauptstädten über dem Bundeslanddurchschnitt (2011: 36,3 Prozent). Laut Pesendorfer ist die Steigerung bei den Einpersonenhaushalten zum Großteil auf die Zahl der Seniorinnen zurückzuführen.

Städte müssen zunehmend "smart"sein

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung bezieht sich auf die Mobilität. Hier zeigte sich, dass öffentliche Verkehrsmittel nur in Wien, Graz und Linz als wichtiger als der eigene Pkw gelten. Gründe hierfür seien etwa unzureichende Intervalle oder schlechte Verbindungen generell.

Die Gesamtausgaben der Kommunen beliefen sich 2012 auf 17,8 Mrd. Euro (mit Wien 30,1 Mrd. Euro). Den größten Anteil haben hier die Dienstleistungen (18,9 Prozent), hierzu zählen etwa Instandhaltungsarbeiten an Fahrzeugen, Kosten für Strom und Heizung oder öffentliche Abgaben. An zweiter Stelle steht die Verwaltung (18,0 Prozent).

Als größte Herausforderung für die Städte bezeichnete Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes, die Finanzierung generell und die Mobilität über die Stadtgrenzen hinaus. Um die hohe Lebensqualität weiterhin zu gewährleisten, müssen Städte zunehmend "smart" - also etwa nachhaltig, effizient und umweltschonend - sein, so Weninger. (APA, 20.1.2014)

  • Die Städte und ihre Einzugsgebiete, wie hier in Vösendorf, ziehen Menschen an.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Die Städte und ihre Einzugsgebiete, wie hier in Vösendorf, ziehen Menschen an.

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